STAND-UP: SUP-BERATUNG  / SUP-INFOS   (Stand: 02.2011)

INHALT:

1.  Einleitung
2.  Boardgruppen
     2.1.  Flachwasserboard
     2.2.  Funboards

     2.3.  Wavebaords
3.  Paddel

1.  EINLEITUNG

Zum Stand Up Paddling (SUP) benötigt man prinzipell wie es der Begriff schon erahnen läßt, ein SUP-Board und ein Paddel.

SUP-Boards sind unterschiedlich lang (Naish SUP derzeit von ca. 220cm bis 525cm), unterschiedlich breit (Naish-SUP derzeit ca. 65 cm bis 89cm) und besizten unterschiedliche Volumina (Naish-SUP derzeit ca. 115l bis 321l ). Diese Unterschiede sind es auch, die den Einsatzbereich eines jeden SUP-Boards in Abhängigkeit vom Paddlergewicht und seines SUP-Könnens festlegen.

SUP-Paddels sind unterschiedlich lang (bei Naish derzeit von ca. 210cm bis 290cm) und haben einen unterschiedliche Paddelblattgrößen (bei Naish derzeit: von ca. 18cm bis 24cm) 

Die gute Nachricht für jeden Windsurfer und Wellensurfer: Für diesen Sport benötigen Sie keinen Wind und auch keine Welle und im Gegenteil: bei gutem Wind, so ab 3 Bft sollten Sie nur mit Rückenwind paddeln. Diese Sportart ist also etwas für windarme Tage.

Die schlechten Nachrichten für jeden Surfer: Das Material ist länger und damit für die Lagerung und den Transport schwerer und noch sperriger - es sei denn die Boards sind aufblasbar!

Auch bei den SUP ist es das Wichtigste, dass sie vom Typ her zu Ihnen (Ihrem Gewicht), der Größe und ihrer Fitness passen.

 

2. Inflatable SUP oder festes Board?

Surfer und Windsurfer haben zu aller erst immer Wenn man zu seinen Surfspot reit hat man immer das gleiche Problem: wie bekomme ich mein Bord oder, wenn mehrere meinen Boards zum Spot.

 

3.  BOARDGRUPPEN
 

2.1.  WAVEFINNE

 

2.2.  FREESTYLEFINNE    (überarbeitet: 10/2009)

Die Freestylefinne für Flachwassertricks und leichte Welle bis 0,5m, ist kurz, hat aber trotzdem viel Fläche und ein breites Top für schnelles Angleiten und guten Halt bei Moves. Sie zeigt eine sehr gute Drehfreudigkeit wegen des geringem Tiefgang.

Die 23er MX, 92 Liter Freestyleboard + 5,5er Segel, z.B. ist eine perfekte Kombination! Bei allen Sprungmanövern fährt die Surffinne perfekt. Spin Outs sind auch kein Thema.

Push the Limits. Die Free Style vermittelt ein außerirdisches Fahrgefühl. Die Flächenverteilung verändert die Charakteristik des Boards deutlich, es wird sehr lebendig und drehfreudig. Fußsteuerung und radikale Turns selbst bei kleinen Chops werden zum Kinderspiel. Durch Ändern der Fahrtechnik mit gleichmäßigem Druck auf beiden Füßen, behält man volle Kontrolle über das Board. Manöver, die Du gezielt über Spin Outs (kontrolliertes Sliden) einleitest, werden durch diese Surffinne jeder Zeit möglich.

Die Länge dieser Finne ist von enormer Bedeutung, wenn das Board auf dem vorderen Drittel gedreht werden soll. Bei dieser Drehung darf die Surffinne nicht das Wasser berühren und aus diesem Grunde auch nicht länger als 15 bis 17 cm sein. Solche kurzen Finnen sind perfekt zum Sliden bzw. Weitersliden, zeigen aber schlechte Leistungen beim Höhelaufen und sogar beim Geradeausfahren, Eigenschaften, die man aber von der Surffinne abverlangt, wenn man schnell wieder zum Start zurückkommen möchte. Man muss sich daher eine andere Technik zulegen, um Höhe zu laufen.

Finnenlänge: 15 bis 26 cm

Größerer Finnen (22 bis 24cm) bieten mehr Angleitpower und Höhenlaufeigenschaften sind daher für die klassischen Freestylemoves, sowie Loops und Segel ab 5,8m² sowie Freestyle-Einsteiger die bessere Wahl.

Mit kleinen Finnen springt man flacher ab, weil das Brett auch zwangsweise durch die Belastung bei kleineren Finnen auch flacher auf dem Wasser liegt.

Längenempfehlung:
- 80kg-Surfer: 20er bis 4,9 / 22er für 5,0 bis 5,8
- 70kg-Surfer: um 18,5 bis 4,3 / 20,5 ab 4,5

 

2.3.  FREESTYLE-WAVEFINNE

Solch eine Surffinne funktioniert superschön auf manöverorientiertes Freestylen und Waven. Eine neue Finnengeneration, die perfekt auf alle Boards von Freestyle bis Wave passt.

Dieser Shape ist der next Step für einen noch größeren Einsatzbereich und optimale Leistung.

Finnenlänge: 19 bis 28 cm

 

2.4.  FREEMOVEFINNE

 

2.5.  CROSSOVERFINNE

Hervorragendes Beschleunigungsverhalten und Halt bei extremsten Manövern, sind wichtige Eigenschaften dieser Surffinne. Die Profillänge nahe der Basis ist vergleichsweise hoch, um schon bei niedrigen Geschwindigkeiten einen hohen Wirkungsgrad zu erzielen.

Das erfolgreiche Shapekonzept, die Symbiose aus Free Style und Free Riden garantiert frühes Angleiten, gutes Höhelaufen, hervorragende Manövereigenschaften, gute Sprungambitionen und Kontrolle.

Auf Flachwasser lässt sich das Board über die Flächenverteilung der Finne kraftvoll und kontrolliert steuern.

Längenabstufungen dieser Finnelinie in 10 Millimeter Schritten läßt eine ideale Anpassung an Bedingungen, Board, Segelgröße und Körpergewicht zu.

Finnenlänge: 26 bis 36 cm

 

2.6.  FRERIDEFINNE

Durchgehend steiler Rake von der Basis bis zum Top erzeugen viel Auftrieb für sehr gutes An- und Durchgleiten. Der homogenen Profilverlauf von der Basis bis zum Top gibt guten Fahrkomfort und ermöglicht Speedfahren ohne Kontrollprobleme. Das gebogenen Top erleichtert Manöver bei voluminösen Boards und erhöht die Laufruhe.

Längen bis 54 Zentimeter, sind für voluminöse Boards mittlerweile notwendig.

Die Outline ist unter Berücksichtigung des Flexverhaltens teilweise sogar durch den Einsatz von Prepreg Materialien so gestaltet, dass Kentermoment und Kontrollierbarkeit leistungsorientiert ausgelegt sind. So verbinden die Freeridefinnen hervorragende Fahrleistungen mit problemlosen Manövereigenschaften.

Freeridefinnen werden in härteren Varianten (G10-Variationen) und weicheren Varianten (z.B. GFK) angeboten. Hier gilt das gleiche wie bei den Masten, die härteren Varianten der Surffinnen sind eher für die schwereren Surfer und die weicheren für die leichteren Surfer geeignet.

Finnenlänge: 30 bis 58 cm

 

2.7.  FREERACEFINNE

Wenig Rake, flache Profile, eine gerade Anströmkante und hochwertige Materialien (z.B. G10, CG10 oder Carbon) bestimmen diese sehr steife Finnenlinie. Sie haben wenig Wasserwiderstand, beschleunigen schnell und haben ein hohes Speedpotential. Das flache Profil und der kontrollierte Twist geben der Surffinne Laufruhe und erleichtern die Kontrolle bei Speedfahrten. Damit sind diese Finnen deutlich leistungsfähiger als die Freeridefinnen.

Finnenlänge: 32 bis 60 cm

 

2.8.  SLALOMFINNE / SPEEDFINNE

Schmale und steife Surffinnen mit dünnen Profile bestimmen die Slalomfinnenlinie. Sie haben wenig Wasserwiderstand, beschleunigen schnell und haben ein hohes Speedpotential. Das dünne Profil sichert maximale Kontrolle bei Topspeed und gibt der Surffinne die nötige Laufruhe.

Slalomfinnen werden von den Herstellern (z.B. MFC) in zwei Formen angeboten:
- große Finnen mit einen Rake um 10°, für Flachwasser und schwachen Winden
- mittelgroße Finnen mit einem Rake um 15°, für unruhiges Kabbelwasser und stärkere Winde.

Kleinere Slalomfinnen mit einem Rake zwischen 18 und 25° werden als Speedfinnen eingesetzt.

Die Unterschiede im Rake bei den Größengruppen ergeben sich aus den allgemeinen Finneneigenschaften:
- wenig Rake (Finnendruckpunkt weiter vorne): mehr Auftrieb, besseres Höhelaufen und weniger
  Kontrolle - je länger die Finne, um so mehr werden diese Eigenschaften verstärkt
- mehr Rake (Finnendruckpunkt weiter hinten): weniger Auftrieb, schlechteres Höhelaufen, aber mehr
  Kontrolle - je kürzer die Finne, um so mehr werden diese Eigenschaften verstärkt

Finnenlängen: 28 bis 48 cm

 

2.9.  RACEFINNE

Brachiale Leistung ist der Anspruch der Race. Wenig Rake und durchgehendes Profil bis ins Top sowie eine verkürzte Anströmkante liefern diesem Finnetyp sehr viel Auftrieb für Höhelaufen und frühes Angleiten. Damit sind diese Hochleistungsfinnen ideal für extrembreite Boards beim Einsatz in Kursrennen.

Das Profil und die Outline sind ohne Kompromisse auf Wettkampf ausgelegt. Die Outline ist am Tip nicht mehr rund sondern trapezförmig. Extrem hohe Upwind Geschwindigkeiten werden mit einer Finnenlänge von bis zu 70cm für Formulaboards erreicht. Grund dafür ist die hohe Steifigkeit des Materials in der Längsachse des Finnenblattes. Downwind ist die Surffinne durch ihre außergewöhnliche Twistcharakteristik auch im überpowerten Zustand bestens zu kontrollieren.
Diese Surffinne sollte man nur auf Raceboards einsetzen.

Empfehlungen für Racefinnenlängen:
-  50 bis 55cm - 8.4er Segel
-  55 bis 60cm - 9.4er Segel
-  60 bis 65cm - 10.4er Segel
bzw. Boardbreite 30cm vom Heck entfernt (one foot of), z.B. Breite 60cm, dann sollte auch die Surffinne 60cm lang sein.

maximale Finnelänge: 70 cm

 

2.10.  SEEGRASFINNE / SEEGRAS-WAVEFINNE / SEEGRAS-RIDEFINNE / SEEGRAS-RACEFINNE /

Wave


Ride / Race

Zu den Seegras gefährdeten oder knietiefen Reviere zählen die Ostsee, Fehmarn, Rügen, Etang de Leucat, der Ringköbing Fjord und das Isselmeer. Das heißt: wir sind von Seegras umgeben. Und trotzdem ist Seegras nach wie vor ein stark vernachlässigtes Thema.

Seegras-Finnen sind eine Synthese zwischen Leistung und problemlosem Verhalten in Seegras- (Ostsee von Juni bis Oktober), Plastiktüten- und seichten Steh-Revieren (Ringköbing Fjord). Der Neigungswinkel (Rake) von ca. 45° (seltener 43° oder gar 30°, letztere eher fürs Speedsurfen designt) lässt Seegras noch gut abgleiten, ohne die Leistung der Surffinne drastisch einzuschränken. Die Fläche ist etwas größer, um den Neigungswinkel zu kompensieren.

Bei den Shapes wurden die Charakteristiken der herkömmlichen Finnenlinien übernommen und für den Einsatz bei Seegras effizient verbessert.

Die Leistungen dieser Surffinnen sind nun nach Jahren der Entwicklung ebenbürtig mit Wave-, Free Ride- oder Race-Shapes.

Vorteile:

-  es bleibt kein Seegras mehr hängen

-  leichtes (passives) Angleiten durch größere Fläche

-  bei Flachwasser gibt es weniger Grundberührung. Die 28-er, z.B., kannst du wegen der größeren
   Finnenfläche getrost fahren, wenn du sonst einen 30-er oder gar 32-er Freeride reinschrauben
   würdest

-  die weite Powerhalse gelingt leichter. Die Surffinne ist kürzer (flacher) und gutmütiger, daher einfacher
   um die Boardlängsachse zu kippen und Fehler verzeihend. Außerdem verlagert sich der
   Borddrehpunkt durch die Verlagerung der Finnendruckpunktes nach hinten auch weiter nach
   hinten. Dadurch vergrößert sich die Kraft des rotierenden Segels, das aber auch beim Halsen weiter
   nach hinten gelegt werden muss

-  weniger Spin-Out, da der Finnendruckpunkt weiter hinten liegt und du mehr Druck gerade bei
   Überpowerung auf den hinteren Fuß bringen kannst.

-  Das Bord ist, wenn einmal im Gleiten, schneller, wegen des geringeren Widerstandes im Wasser
   (45°/43°/30° Anströmwinkel) und des weiter nach hinten verlagerten Finnendruckpunktes, der
   Mastfuß kann (muss) weiter hinten montiert werden, dadurch wird die benetzte Fläche des Board beim
   Gleiten kleiner und das Board schneller.

-  im oberen Windbereich ist die Surffinne besser zu kontrollieren, denn dann soll man sich normalerweise
   immer eine um eine Nummer kleinere Finne in den Finnenkasten schrauben.

Nachteile:

-  die Finnen ragen weiter über das Boardheck hinaus als die anderen Surffinnen, dadurch vergrößert sich
   die Gefahr, sich beim unachtsamen Bewegen oder Führen des Boards im Wasser den Neoprenanzug
   oder den Gabelbaumbelag zu beschädigen oder sich gar zu verletzen.

 

Lessacher Seegrasfinnen

Eine Besonderheit unter den von und angebotenen Seegrasfinnen stellen die design Lessacher von tekknosport auf dem Finnemarkt dar. Carbon Composit und die doppel- (duo-) bzw. quattro-konkaven asymmetrische Finnenformen verleihen diesen Seegrasfinnen Eigenschaften, die nicht nur den herkömmlichen Surffinnen absolut ebenbürtig sind, sondern sie sogar in der einen oder anderen Richtung übertreffen. Die Lessacher Seegrasfinnen sind die schnellsten Serien-Seegrasfinnen am Markt.

Abb.1: Lessacher Chamäleon Comp.        Abb.2: Lessacher Formula Duo bzw. Lessacher Duo Seegras

                                     

Finnenlänge: 24 bis 36 cm (Lessacher Formula Duo 40cm)

 

2.11.  SPEZIALFINNE

Diese breiten und kurzen Freeridefinnen mit viel Fläche sind speziell für Knietiefes Wasser in Stehrevieren geeignet. Wenig Tiefgang bei großer Fläche ermöglicht den Einsatz von großen Segeln (bis 9 m²) auf breiten Freerideboards im seichtem Wasser.

Knietiefe Reviere sind: Ostsee, Fehmarn, Rügen, Etang de Leucat, Ringköbing Fjord, Isselmeer.

Finnelänge: 26 bis 34 cm

 

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3. FINNENGRÖSSEN UND -ABSTUFUNGEN / FINNENRANGE    (überarbeitet: 05/2008)

Eine Windsurffinne ist 17 bis 70 cm lang, an der weitesten Stelle 8 cm bis 26 cm breit und in der Regel 10 bis 11mm dick. MFC schafft es seit 2007 mittels spezieller Composit-Technologie, Surffinnen der Stärke 8,8mm herzustellen, die die gleiche Leistung, wie 10mm Finnen aufweisen. Also auch hier gibt es einen Vielfalt von Größen und Formen. Was von all dem braucht man wirklich.

Genau genommen benötigt man um absolut bei jedem Wind perfekt ausgerüstet zu sein:
-  für jeden Segeltyp eine andere Surffinne (den passenden Finnentyp),
-  für jede Segelgröße eine andere Finnegröße und
-  für jedes Board das eigene Sortiment (also z.B. für Freerideboards - Freeridefinnen, für Waveboards - Wavefinnen
   und für Freestyleboards - Freestylefinnen).

Und wenn man in Flachwasserrevieren unterwegs ist, lohnt es sich auf jeden Fall, noch Seegrasfinnen im Gepäck zu haben.

In der Regel reichen aber fürs Erste für jedes Board eine kleine und eine größere Finne, je nach bevorzugter Segelgröße, die auf diesem Board gefahren werden soll, zuzüglich einer Seegrasfinne - also drei Surffinnen (zwei zusätzliche, denn eine Surffinne - selten zwei - liefern die Boardhersteller meistens mit).

Wichtig ist es bei der Finnenwahl auch zu wissen, dass sich bei ein und derselben Surffinne die zugehörige Sailrange bei vom Volumen her größeren, unserer Erfahrung nach eher längeren Boards, so die Hinweise von Boardherstellern zur Wahl der optimalen Finne, im Vergleich zu den kleineren bzw. kürzeren Boards komplett weiter nach vorne verschiebt. Das heißt, wenn man auf dem kleineren Board eine bestimmte Surffinne bis 6m² fahren könnte, so werden auf dem nächst größeren Board für diese Finne z.B. maximal nur 5,5m² empfohlen.

So empfiehlt z.B. JP seine Super-X 33er Finne für seine folgenden 2006er Boards für die folgenden Sailranges:
- X-Cite-Ride 95l          ab 6,5m² bis 6,9m² (mehr verträgt das Board nicht)
- X-Cite-Ride 105l       von 5,8m² bis 7,2m²
- X-Cite-Ride 120l       von 5,4m² bis 6,8m²
- X-Cite-Ride 135l       von 4,5m² bis 6,0m².

Dieses Phänomen ist darauf zurückzuführen, dass die Hecks der betreffenden Boards, eben je Heck-Outline und Heckvolumen mal tiefer und mal höher im Wasser liegen, dadurch auch mal auf mehr und mal auf weniger Wasserwiderstand stoßen. Also aufgepasst, hier gilt, wie bei den Segel: es ist nicht alles drin, was drauf steht!

Kaufen Sie ein zu kleine Surffinne, so werden Sie, wenn Sie ordentlich Druck im Segel haben und sich daher richtig ins Trapez reinlegen müssen, einen Spin-Out nach dem anderen haben; was aber nicht bedeutet, dass Sie bei etwas weniger Wind und aufrechterem Fahrstil nicht auch Spin-Out-freien Gleitspaß haben werden - nur der Schnellste werden Sie nur bis zum nächsten Spin-Out sein. Außerdem werden Sie nicht so schnell ins Gleiten kommen, wie andere.

Kaufen Sie eine zu große Surffinne, werden Sie zwar schneller im Gleiten sein, aber in der Endgeschwindigkeit sind Sie langsamer. Einen kürzerer Finne ist eben schneller als eine längere. Und außerdem wird das Board mit einer langen Finne im Grenzbereich sehr unruhig bis unfahrbar.

In diesem Zusammenhang ist die Finnenrange eines Boards von entscheidender Bedeutung. Zu jedem Board werden vom Hersteller die Größen und Typen der Surffinnen angegeben, die sinnvoller Weise in dem jeweiligen Board gefahren werden können. Die Summe aller Surffinnen, die im Board gefahren werden können, bezeichnet man als Finnenrange. JP weist z.B. in seinen Produktkatalogen von 2007 eine Finnrange für den JP X-CITE RIDE 130 von Surffinnen ab 32cm bis 52cm aus. Genauer genommen lautet die Finnrange: Freeridefinnen von 32 bis 52cm, SuperX-Finnen nur der Länge 33cm und Slalom-Finnen von 36 bis 50cm. Im Allgemeinen wird aber bei der Finnenrage nur die Finnenlänge und nicht der Finnentyp berücksichtigt. Surffinne mit einer Länge außerhalb der vom Hersteller angegebenen Finnrange sollte man nicht im Board fahren. Es macht keinen Sinn diese Surffinnen funktionieren beim Surfen nicht richtig. Entweder, man kann nicht genug oder gar nicht Höhe laufen, weil die Surffinne zu klein ist oder man kentert z.B. auf, weil die Finne zu groß ist, und man nicht genügend Druck auf die Boardkanten bringen kann.

Und wieder aufgepasst, die Längenangaben für die Finnenrange bezieht sich immer auf die vom Hersteller empfohlenen Surffinnen. Die Surffinnen von Select z.B. sind im Vergleich zu denen von JP allesamt viel schlanker und haben daher bei gleicher Finnelänge teilweise wesentlich weniger Finnefläche als die von JP. Im Detail hatte eine um 8 cm kürzere Surffinne z.B von White Water bzw. um 4 cm kürzerer Finne von JP die gleiche Finnenfläche wie die von Select. 

Windsurffinne unterscheiden sich schon rein äußerlich teilweise enorm von einander. Die wesentlichsten äußerlichen Kriterien einer Surffinnen sind:
- die Finnenform (Finnen-Outline)
- die Finnenfläche (größere Fläche: besseres Angleitpotential)
- die Finnenlänge (Abstand Finnenspitze, der eingeschraubten Finnen bis zur Boardunterseite - Tiefgang)
- das Finnenprofil (Querschnitt der Surffinnen)
- die dickste Stelle des Profils (weiter hinten: weniger Widerstand, daher schneller und leichter kontrollierbar)
- die Lage des Finnendruckpunktes (analog dem Segeldruckpunkt) und
- das Finnenboxsystem.

Für diese Finnenkriterien gilt:
- je größer die Finnenfläche, umso größer die Kraft, mit der die Surffinnen im Wasser festgehalten wird
- je länger die Surffinne bei gleicher Fläche, umso größer auch die Kraft, mit der die Finnen im Wasser festgehalten wird, da das
  Wasser in der Tief "besser greift"
- asymmetrische Surffinnen (duo- oder quattro-konkav) sind Spin-Out-sicherer als Finnen mit symmetrischen Profilen
- je weiter der Finnendruckpunkt nach hinten verlagert ist, umso mehr Kraft verträgt die Surffinne über den hinteren Fuß
- je breiter die Finnenbasis, umso besser gleitet die Surffinne an und umso besser kann man mit ihr Höhelaufen.

Das bedeutet bezüglich symmetrischer Seegrasfinnen, und lassen Se sich da nichts von jemanden, auch nicht JP, erzählen: eine Seegrasfinne, die das gleich Segel, wie z.B. Ihre Freeridefinne halten soll, das heißt, Sie Spin-Out-frei surfen lässt, muss mindestens eine eben so große oder um 30 cm² bis 50 cm² größere Fläche als Ihre Freeridefinne haben. Bei der Seegrasfinne gleicht der weiter hinten liegende Finnendruckpunkt als Vorteil gegenüber den normalen Surffinnen den geringeren Tiefgang der Seegrasfinnen als Nachteil gegenüber den normalen Surffinnen etwa aus.

Hier ein Beispiel dafür, wieweit man daneben liegen kann, wenn man blind den Herstellerangaben vertraut.
Für einen 92-kg-Hobby-(Otto-Normal)-Heizer, der vorzugsweise überpowert und nicht übermäßig finnensensibel surft, wurden von uns u.a. folgende Ergebnisse fürs Freeracen gemessen:

Finne

Finnentyp

Länge
(cm)

Sailrange laut
Hersteller (m²)

easy maximal
 für 92kg

Testboard

Lessacher Chamäleon Comp. 280

Seegras Quattro

28

bis 6,5

bis 5,5

Crossover 95l

Lessacher Chamäleon Comp. 320

Seegras Quattro

32

ab 6,5

bis 6,5

Crossover 95l

Lessacher Chamäleon Comp. 320

Seegras Quattro

32

ab 6,5

bis 6,0

Freemove 103l

Lessacher Duo 32 TU

Seegras Duo

32

bis 8,0

bis 6,0

Freeride 115l

Lessacher Hyper Duo 39 TU

Slalom Duo

39

5,9 - 8,0 / bis 10

bis 7,0

Freeride 125l

Lessacher Chamäleon Comp. 360 DTU

Seegras Quattro

36

ab 6,5

bis 8,0

Freeride 125l

Lessacher Duo 36 TU

Seegras Duo

36

bis 9,0

bis 7,5

Freeride 125l

Lessacher Duo (Formula) 320

Seegras Duo

32

bis 8,0

bis 7,0

Freerace 144l

Lessacher Duo (Formula) 360

Seegras Duo

36

bis 9,0

bis 8,0

Freerace 144l

Lessacher Duo (Formula) 400 DTU

Seegras Duo

40

bis 10,5

bis 9,5

Slalom 158l


Wie ist diese so enorme Abweichung möglich?

Ähnlich wie bei der Sailrangeangabe der Boardhersteller gilt: unter bestimmten Bedingungen - Boardgröße, Boardtyp, Boardtrimm, Segelgröße, Segeltyp, Surferstatur und besonders Surfstil - sind die Herstellerangaben durchaus möglich, für den Durchschnittssurfer aber selten.

Für jedes Segel sollte man sich möglichst Surffinnen vom gleichen Typ besorgen, also für Wavesegel - Wavefinne, für Freeridesegel - Freeridefinne etc.

Für Freerider und Freeracer gilt etwa: eine Surffinne funktioniert auf der Kreuz maximal für eine Segelflächendifferenz von 1,1 m² (z.B. 6,5-7,0-7,5). Man kann genauso mit einer gut gewählten Wavefinne ein 3,6er, ein 4,0er und ein 4,6er Wavesegel (Abstand zur nächsten Wavesegelgröße der Range kleiner - 0,4 bis 0,5 m²) fahren. Mit mit einer (längeren) Freeracefinne kann man oft nur ein, seltener auch zwei Segel fahren, z.B. ein 8,0er und ein 9,0er Freeracesegel  (da der Abstand innerhalb der Segelrange größer ist - 1,0 bis 1,5 m²) fahren. Nur wer hat schon ein 8er und ein 9er, wenn die Abstufung besser 7,5 und 9,0 betragen

Bei den Seegrasfinnen kann man getrost auf je eine Finne für je zwei gar drei Segelgrößen zurückgreifen, weil die negativen  Auswirkungen einer zu großen Seegrasfinne wegen ihres geringeren Tiefganges nicht so heftig ausfallen, wie die bei den anderen Finnentypen.

Schwerere oder weniger speedambitionierte Surfer sollten im Zweifelsfalle eher zu größeren, und leichtere oder speedambitioniertet Surfer eher zu kleinen Surffinne greifen.

Im Detail bedeutet das für die Finnenangaben, z.B. von JP, so unser Rat:
- das erste Drittel der je Surffinne angegebene Sailrange für die jeweiligen Boards gilt besonders für die Surfer ab 90 kg
- das zweite Drittel der angegebene Sailrange für die jeweiligen Boards gilt besonders für die Surfer zwischen 70 und 90 kg

- das letzte Drittel der angegebene Sailrange für die jeweiligen Boards gilt besonders für die Surfer bis 70 kg.

Zur groben Orientierung hier die Längen von Freeridefinnen (z.B. Empfehlungen von F2):
Freeride-Fins (cm) Sailrange
32 4.0 - 6.0 m²
34 4.5 - 6.5 m²
36 5.0 - 7.0 m²
38 5.5 - 7.5 m²
40 6.0 - 8.0 m²
42 6.5 - 8.2 m²
44 7.0 - 8.5 m²
46 7.5 - 8.8 m²
48 8.0 - 9.0 m²
50 8.5 - 9.5 m²
52 9.0 - 10,0 m²

 

Bei Speedfinnen in 65l-Boards (und kleineren Boards) und tief Raumschot geschrotet (eben auf den Kursen mit der größten gemessenen Geschwindigkeit), sieht das dem entsprechend logischer Weise deutlich anders aus bzw. kann es auch anders aussehen, denn Höhelaufen müssen diese Finnen bei Raumschot nun wirklich nicht:
Speedfins (cm)  Sailrange
22 4.6 - 5.4 m²
24 5.0 - 5.8 m²
26 5.4 - 6.3 m²
28 5.8 - 6.8 m²
30 6.3 - 7.3 m²

 

Hier noch eine Faustregel für die ambitionierten unter den Surfern:
- für Freeraceduelle benötigt man optimaler Weise eine Finne, die 1cm länger, als die optimal auf dem gleichen Board gefahrene
   Slalomfinne (bei gleichen Segelgrößen), sein sollte
- für Speedrekorde benötigst du Speedfinnen, die bezogen auf das gleiche Board 1 bis 2cm kürzer als die optimal gefahrene
   Slalomfinne sein muss

    ... So wichtig und entscheidend können 1cm mehr oder weniger Finne sein! ...

 
Wavefins (cm)  Sailrange
20 3.5 - 4.5 m²
21 4.0 - 5.0 m²
22 4.5 - 5.5 m²
23 5.0 - 6.0 m²
24 6.0 - 6.8 m²

 
Freestyle-Fins (cm)  Sailrange
18 4.0 - 5.5 m²
20 5.0 - 6.0 m²
22 5.5 - 6.5 m²
24 6.0 - 7.0 m²


1. Faktor für die Abweichung der gewählten Finnenlänge von den Herstellervorgaben ist die Brettgeschwindigkeit bzw. Top-Endgechwindigkeit eines Boards:
Speedsurfer z.B. bevorzugen auf den ersten Blick, nicht zuletzt wegen der besseren Boardkontrolle und höheren Geschwindigkeit, vergleichsweise viel kleinere Surffinnen als Freerider. Warum eigentlich? Je schneller ein Board, umso besser greift die Finne (plausible Erklärung: das Wasser wird mit zunehmender Geschwindigkeit "härter"). Auf einem Slalomboard oder Speedboard kannst du bzw. genauer genommen musst du sogar kleiner Finne fahren, denn ist die Finne zu groß, wird das Board sehr unruhig. Dafür musst du aber aktiver Anfahren (Pumpen) bevor du im Gleiten bist, denn der Auftrieb der kürzeren Surffinne ist eben geringer.

2. Faktor für die Abweichung der gewählten Finnenlänge von den Herstellervorgaben ist die Surfweise:
Wenn jemand muskelbepackt gern überpowert surft (ich z.B.) und aus diesem Gunde das Rigg im Gleiten wie einen Fallschirm weit über sich herüber zieht und nicht mehr so aufrecht auf den Surfbrett steht, sondern mit seinem Rücken geradeso "über die Wellen hinwegschwebt", bei dem wirken andere Kräfte auf die Surffinne als bei den aufrechter surfenden Piloten.

In der weit nach hinten gelegten Position wird der Druck auf das Heck zwar geringer, aber der Druck gegen die Surffinne, d.h. auf den Literalpunkt des Boards (Drehpunkt) größer (siehe Kräfteparallelogramm über eine Resultierende, aus der Physik). Das Heck wird freier, die Surffinne kommt höher und greift daher nicht mehr so gut. In diesem Fall muss der "Power"-Surfer zwangsläufig vergleichsweise zur einer größeren Finne greifen, als der Surfer, der aufrechter auf dem Board steht. Für einen 90-kg-Surfer können das bei einer Lessacher Seegrasfinne schon mal 4 cm sein und für eine Freeridefinne ebenso.

3. Faktor für die Abweichung der gewählten Finnenlänge von den Herstellervorgaben ist die Position der Fußschlaufen:
Wenn jemand sehr schnell surfen, andeutungsweise Speedsurfen möchte, dann raten die Boardhersteller dazu, die Fußschlaufen möglichst in die hinterste Position zu montieren, da dann im Gleiten die benetzte Fläche am kleinsten und das Board wegen der geringeren Reibung schneller ist. Und auch in diesem Falle wird der Druck seitlich auf die Surffinne größer.

Muskelbepackte Freeracer, die die Schlaufen am liebsten ganz hinten positionieren oder schwere Surfer benötigen größere Finnen. Freerider, die keinen Speedduelle auf dem Wasser suchen und entspannt den Gleitrausch in vollen Zügen genießen möchten, kommen mit kleineren Finne aus...

Auch wer groß ist und deshalb oder auch wegen eines sicheren Standes die Fußschlaufen weiter auseinander montiert, der kann auch eine etwas kleinere Surffinnen wählen, da dann die Kräfte auf die Finne, wegendes nach vorne versetzten Literalpunktes des Boards (Drehpunkt des Boards) auch geringer ausfallen.

4. Faktor für die Abweichung der gewählten Finnenlänge von den Herstellervorgaben ist die Outline des Boards:
Lange Boards (insbes. ältere Modelle) benötigen keine so langen Surffinnen, wie die kürzeren modernen Boards. Hier wir die Finne von der längeren Boardkante unterstützt, die der Abdrift entgegen wirkt.


... Aber unterm Strich nicht verzweifeln. Wähle die Finne in der Länge, die deiner Meinung nach und unter Berücksichtigung der Hinweisen erfahrener Surfer am besten zu dir passt. Und wenn du dann mit deiner Board-Segel-Finnen-Kombination zu viele Spinouts hast oder nur schlecht Höhe laufen kannst, kaufst du dir eben eine um 2 - 3 cm größere Surffinne und dann passt es schon.
Die kleinere Finne brauchst du später sowieso - fürs kleinere Segel...

 

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4. FINNENBOXSYSTEME    (überarbeitet: 07/2007)

Die Surffinnen werden mit einer oder zwei Schrauben, den Finnenschrauben, in eine Box (Finnenbox oder Finnenkasten) im Heckbereich ans Board geschraubt. Zur Zeit werden in den Windsurfboards folgende Finnenboxsysteme eingebaut:
-  US - US-/ Euro-Box (Euro-Box hat einen etwas ausgefräste und damit leichteren Finnenkopf)
-  PB - Powerbox
-  TU - Tuttle-Box
-  DT bzw. DTU - tiefe (deep) Tuttle-Box
-  PT - Trimm-Box
-  TC - Tiga Conic-Box
-  MC - MultiConic-Adapter.

Und damit beginnt schon das Problem. Manchmal möchte man mit dem Freemovesegel mit dem Freerideboard heizen und wenig später mit dem kleinere Waveboard über die Kabbelwellen springen. Kein Problem, wenn da die Bretter die gleichen Boxsysteme verwenden würden.

Die meisten Boards besitzen PB-Systeme.

Aber die meisten Waveboards werden mit US-Systemen geshapet. Diese Boxen sind flacher als alle übrigen und die zugehörigen US-Box-Finnen werden von unten fixiert. Aus diesem Grunde können diese Boxen in flache Hecks und genau unter der hinteren Fußschlaufe ins Board eingebacken werde.

Fast alle Slalomboards werden mit TU-Systemen und die größeren Boards ab 150 l mit DTU-Systemen ausgestattet. So kann es sein, dass Sie zwei ähnliche oder gleiche Surffinne für unterschiedlichen Boxsystemen kaufen müssen, obwohl eine genügt hätte. Also vorher überlegen, welche Boards man kauft.

Zum Thema - TU und DTU:
Jede normale Tuttle Finne passt in eine Deep Tuttle Box - das ist so! Und Deep Tuttle Finnen kann man kürzen, natürlich muss man dann neue Löcher für die Gewindeinserts bohren (d.h. nicht immer, denn viele Surffinnenhersteller haben die schon eingebohrt). Es verändern sich nur die Schraubenlänge. Aber ab 55 cm Finnenlänge aufwärts würde ich nur Deep Tuttle nutzen.

Aber wenn man mit einer Tuttle-Finne in einer Deep-Tuttle-Box gegen einen Stein fährt, wird die Tuttle-Finne in die Deep-Tuttle-Box getrieben, denn Platz ist da noch genug, und die hintere Schraube wird verbogen, die Beschädigungen an der Finnen halten sich in Grenzen. Das kann einem in einer Tuttle-Box natürlich nicht passieren - da zerlegt es die TU-Surffinne oder gleich die TU-Box.

PB-Finnenkopf zu hoch!?

Bei den PB-Finnen habe ich in der Vergangenheit leider einige Male feststellen müssen, dass der PB-Finnenkopf bzw. PB-Adapter etwas höher war als benötigt, d.h. dass die Finnenbasis 1 bis 4mm aus der Finnenbox über das Unterwasserschiff des Boards hinausragte. Also habe ich den Finnenkopf, d.h. dieses "stumpfwinklige Dach des Finnenkopfes", auf einer Gehwegfliese (flache Schmirgelunterlage) Millimeter für Millimeter solange abgeschliffen, bis die Finnenbasis mit dem Boardunterwasserschiff perfekt abgeschlossen hat. Und nicht verzweifeln und nur Mut: den PB-Finnenkopf kannst du nicht zu kurz schleifen, denn die Surffinne wir nicht über die Höhe des Kopfes, sondern die konischen Finnenkopfbacken in der PB-Box fixiert!

US-Finnenkopfschaft zu lang!?

Beim US-Finnenkopfschaft erscheint es manchmal, wünschenswert, dass der Schaft kürzer ausfällt, als von den Herstellern angeboten. Zum Einen hätte man dann die Möglichkeit den Finnentrimmbereich (Bereich von der vordersten bis zur hintersten Befestigungsposition einer US-Finne in einer US-Box) zu vergrößern und zum Anderen wäre man dann insbes. bei Boards mit kurzen US-Finnenboxen erst überhaupt in der Lage zu trimmen. US-Seegrasfinnen besitzen unter Umständen wohl einen längeren Schaft als üblich.

In solch einem Fall und wenn es nicht anders geht, eine Metallsäge mit feinem Sägeblatt nehmen und den Schaft kürzen. D.h. einfach das Ende mit dem Bolzen abschneiden bzw. herausschneiden, ein neues Loch in Höhe des alten Bolzen bohren, eine Schraube der Dicke des Bolzens ins Loch schrauben und den Kopf und/oder die Spitze (insb. bei Madenschrauben) abschneiden.   
 

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5. FINNENHERSTELLUNG / FINNENMATERIAL

Es gibt im Prinzip nur zwei Herstellungsverfahren für Surffinnen:
-  in einer Form gebackenen Finnen (Formfinnen oder auch Composit-Finnen bezeichnet)
-  geschliffene Finnen aus laminierten Platten
 

5.1. Formfinnen / Composit-Finnen

Bei der Herstellung von Finne in der Form durch Backen bei Temperaturen zwischen 60°C und 100°C gibt es drei Verfahrensweisen:
-  Injektionsverfahren: nach dem Einlegen von trockenen Matten in zwei Halbschalen wird das Epoxy in die Form gespritzt und
   über Vakuum in der Form verteilt (technisch anspruchsvolles Verfahren, kaum Handarbeit nötig)
-  Schichtverfahren mit trockenen Matten: die werden Stück um Stück in die Halbschale gelegt und mit Epoxy bestrichen
-  Schichtverfahren mit vorimprägniertem Material. Pre-Peg-Material (pre-impregnated / FPT - Fin Prepreg Technology) hat
   einen konstante Durchmischung mit Epoxy und einen höheren Anteil an hochwertigen Mattenmaterial.

Durch die gezielte Auswahl der Anzahl, der Lage, der Form und des Material der eingesetzten Gewebestreifen (Matten / Laminate) kann der Finnendesigner genau bestimmen, wo die Finne unter welchem Druck wie nachgeben soll. Auf diese Art und Weise kann er "intelligente" Finnen kreieren.

Carbon-Composit-Finnen beinhalten mehrere Lagen Carbongewebe und sind daher sehr teuer. Reine Carbon-Composit-Finnen sollten nur die Profis nehmen. Diese Finnen sind sehr leicht (was für alle Windsurfer gut ist bzw. gut wäre), aber auch dünner als Finnen (was für uns Otto-Normal-Windsurfer eher schlecht ist). Dünne Finnen schneiden das Wasser anders als Finne mit einer etwas breiteren Anströmkante. Dadurch reagieren solche Finne äußerst sensibel auf Belastungen und sind nicht nur nicht mehr Fehler verzeihend, sondern sogar sehr stressig.
 

5.2. Geschliffene Finnen

Geschliffenen Surffinnen aus Polyester, Vinylester, G10 und deren verwandten Materialien werden aus Platten ausgesägt und anschließend von Hand oder maschinell kopiergefräst (CNC-Fräsen mittels Computerprogramm durch Abtasten einer Finnenschablone).

Finne aus G10 sind mit Abstand die härtesten Finnen unter den geschliffenen Finnen. Durch die gezielte Wahl der Materialdicke kann der Finnendesigner auch bei G10 Finnen die Flex- und Twisteigenschaften festlegen. Aber im Vergleich zu den Composit-Finnen sind diese Möglichkeiten bei G10 arg begrenzt, denn bei den G10-Finne muss die äußerer Stromlinienform der Finne eingehalten werden.
 

5.3. Eigenschaften / Unterschiede zwischen den Finnen

Eigenschaften der Formfinnen (Composit-Finnen):
-  präzises Twist- und Flexverhalten
-  hohe Fahrleistung
-  robust und langlebig
-  für radikale Waverider zu hart
-  sehr hohe Profilgenauigkeit, kleine Toleranzen
-  wegen hoher Formkosten (bei Stahlformen) und deren Entwicklungsdauer nicht immer topaktuell.

Eigenschaften geschliffener Polyester- und Vinylesterfinnen:
-  sehr gutes Flex- und Twistverhalten durch Profildicke und Outline
-  mäßige Fahrleistungen
-  nicht sehr langlebig, frühzeitige Materialermüdung
-  topaktuelle Shapes
-  fransen bei Grundberührung leicht aus, schwierig zu reparieren

Eigenschaften von G10-Finnen:
-  gutes Flex- und Twistverhalten
-  gute Fahrleistung
-  robust und leicht zu reparieren
-  topaktuelle Shapes
-  große Qualitätsunterschiede!.
 

5.4. Finnenmaterialen

Surffinnen werden zur Sicherung bestimmter Fahreigenschaften aus verschiedenen Materialien gefertigt. Gegenwärtig werden Finnen aus folgenden Materialien gefertigt:

 

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