WINDSURFEN: WINDSURFFINNEN-BERATUNG  / WINDSURFFINNEN-INFOS

INHALT:

1.  Einleitung
2.  Finnengruppen
     2.1.  Wavefinnen
     2.2.  Freestylefinnen

     2.3.  Freestyle-Wavefinnen
     2.4.  Freemovefinnen / Freewavefinnen
     2.5.  Crossoverfinnen
     2.6.  Freeridefinnen
     2.7.  Freeracefinnen
     2.8.  Slalomfinnen
     2.9.  Racefinnen
     2.10.  Seegrasfinnen - Weedfins
     2.11.  Spezialfinnen

3.  Finnengrößen und -abstufungen (Finnenrange / Finrange)
4.  Finnenboxsysteme

     US - US-Box, PB - Powerbox, TU - Tuttle-Box, DT bzw. DTU - deep Tuttle-Box, PT - Trimm-Box
5.  Finnenherstellung und Finnenmaterial

6.  Finnenvergleich - Flachwassersurfen
7.  Finnenreparatur
8.  Finnen-
Lexikon

 

1.  EINLEITUNG

Ohne WINDSURFFINNE geht's nicht. Die SURFFINNE in Verbindung mit der Brettkante bei planer langsamer Fahrt bzw. das gekippte Brett in schneller Fahrt bei einseitiger Bettbelastung (verhindert das Abdriften des Boards, wandelt den Segeldruck in Vortrieb um und funktioniert damit als Spurhalter. Sie wird am Heck des Boards im Finnenkasten (Finnenbox) mittels einer 4-mm-Schraube und Finnenplättchen (US-Box), einer 6-mm-Schraube  (Powerbox) oder zweier oft unterschiedlich langer 6-mm-Schrauben (Tuttle-Box und Deep Tuttle-Box) und Unterlegscheibe je nach dem arretiert. Die Länge der Finnenschraube variiert in Abhängigkeit von der Dicke des Hecks und der Box zwischen 45 mm und 80 mm.

Grundsätzlich gilt: Je länger eine Surffinne, desto früher gleitet das Board an. Je gerader eine Surffinne, desto schneller ist sie. Und allein daraus resultier eine Basisvielfalt von Finnenformen mit Daseinsberechtigung.
 

Wave
Freestyle
Freemove
Freeride
Freerace
Race
Seegras

 

Die gute Nachricht: Mit einer Surffinne können Sie die Leistung eines Boards wesentlich verbessern.

Die schlechten Nachrichten: Sie brauchen für jedes Board mindestens zwei Surffinnen und zusätzlich noch mindestens eine Seegrasfinne. Bei den Surffinnen haben Sie durch Grundberührung den meisten Verschleiß am Surfmaterial. Finnnen gibt es schon ab 20 € aber eine gute Surffinne kostet je nach Typ, Größe und Material im empf. VK zwischen 60 und 120 €, Higttech-Finnen bis 220 €.

Auch bei den Surffinnen ist es das Wichtigste, dass sie vom Typ her zu Ihnen (Ihrem Gewicht), der Größe und dem Typ der gefahrenen Segel und Ihrem Board(-typ) passen.

 

2.  FINNENGRUPPEN
 

2.1.  WAVEFINNE

Feurige Manöver, schnelles "down the line waveriding" und absolute Kontrolle gehören zu dem Repertoire dieser stark geschwungenen Surffinne mit wenig Tiefgang. Die Onshore und Sideshore Waveshapes geben ausreichend Grip bei Manövern und verleihen dem Board die gewünschte Agilität. Die einzelnen Finnengrößen sind auf Boardvolumen von 60 - 95 Liter abgestimmt.

Wave-Sideshore-Finne - über 1,5m Welle (verstärkt Waveriding über den vorderen Fuß): Das flache Profil sowie der starke Rake erleichtern Manöver und liefern neutrale Fahreigenschaften. Das weiche Tip lässt das Board auch bei starkem Wind oder hohen Wellen ruhig und kontrolliert laufen.

Wave-Onshore-Finne - 0,5 bis 1,5m Welle (verstärkt Waveriding über den hinteren Fuß): etwas steifer als die Sideshore Finnen und mit mehr Fläche im Tip liefert diese Surffinne etwas mehr Leistung und ist besser geeignet für frühes Angleiten und das Surfen bei Starkwind auf Flachwasser.

Die Onshore-Finnen bieten, weil weicher und nach hinten gebogen mehr Kontrolle als härtere Finnen mit weniger Rake (Neigung der Finnen nach hinten).

Hohe Geschwindigkeit und wenig Widerstand sind beim Wellenabreiten sehr wichtig. Auch beim Springen kann dieses hohe Speedpotential ausnutzt werden, wenn man auf die Welle zufährt. Kontrolle in jeder Situation muss selbstverständlich sein, wie zum Beispiel bei schnell gefahrenen Bottom Turns.

Der zweite ganz entscheidende Bereich beim Windsurfen, sind schnelle explosive Richtungswechsel in jeder Situation, dies garantiert die geringe Fläche im Tip und das oft recht biegsame Tip. Ausreichend Halt bietet dennoch die breite Basis. Bei mehr Druck auf den hinteren Fuß (Waveriding über den hinteren Fuß) sollte die Wavefinnen einwenig dicker und flexibler an der Spitze sein.

Waveriding ist wenigsten in einer Hinsicht schon mal einfach: man kann mit einer geschickt gewählten Finnengröße zwei bis drei Segelgrößen abdecken und ist damit also mehr beim Surfen als beim Schrauben. Wave-Sideshore-Finnen werden in der Box weiter hinten (Board wird schneller) und Wave-Onshore-Finnen in der US-Box weiter vorne (Board fährt leichter Höhe) gefahren.

Finnenlänge: 19 bis 26 cm

 

2.2.  FREESTYLEFINNE 

Die Freestylefinne für Flachwassertricks und leichte Welle bis 0,5m, ist kurz, hat aber trotzdem viel Fläche und ein breites Top für schnelles Angleiten und guten Halt bei Moves. Sie zeigt eine sehr gute Drehfreudigkeit wegen des geringem Tiefgang.

Die 23er MX, 92 Liter Freestyleboard + 5,5er Segel, z.B. ist eine perfekte Kombination! Bei allen Sprungmanövern fährt die Surffinne perfekt. Spin Outs sind auch kein Thema.

Push the Limits. Die Free Style vermittelt ein außerirdisches Fahrgefühl. Die Flächenverteilung verändert die Charakteristik des Boards deutlich, es wird sehr lebendig und drehfreudig. Fußsteuerung und radikale Turns selbst bei kleinen Chops werden zum Kinderspiel. Durch Ändern der Fahrtechnik mit gleichmäßigem Druck auf beiden Füßen, behält man volle Kontrolle über das Board. Manöver, die Du gezielt über Spin Outs (kontrolliertes Sliden) einleitest, werden durch diese Surffinne jeder Zeit möglich.

Die Länge dieser Finne ist von enormer Bedeutung, wenn das Board auf dem vorderen Drittel gedreht werden soll. Bei dieser Drehung darf die Surffinne nicht das Wasser berühren und aus diesem Grunde auch nicht länger als 15 bis 17 cm sein. Solche kurzen Finnen sind perfekt zum Sliden bzw. Weitersliden, zeigen aber schlechte Leistungen beim Höhelaufen und sogar beim Geradeausfahren, Eigenschaften, die man aber von der Surffinne abverlangt, wenn man schnell wieder zum Start zurückkommen möchte. Man muss sich daher eine andere Technik zulegen, um Höhe zu laufen.

Finnenlänge: 15 bis 26 cm

Größerer Finnen (22 bis 24cm) bieten mehr Angleitpower und Höhenlaufeigenschaften sind daher für die klassischen Freestylemoves, sowie Loops und Segel ab 5,8m² sowie Freestyle-Einsteiger die bessere Wahl.

Mit kleinen Finnen springt man flacher ab, weil das Brett auch zwangsweise durch die Belastung bei kleineren Finnen auch flacher auf dem Wasser liegt.

Längenempfehlung:
- 80kg-Surfer: 20er bis 4,9 / 22er für 5,0 bis 5,8
- 70kg-Surfer: um 18,5 bis 4,3 / 20,5 ab 4,5

 

2.3.  FREESTYLE-WAVEFINNE

Solch eine Surffinne funktioniert superschön auf manöverorientiertes Freestylen und Waven. Eine neue Finnengeneration, die perfekt auf alle Boards von Freestyle bis Wave passt.

Dieser Shape ist der next Step für einen noch größeren Einsatzbereich und optimale Leistung.

Finnenlänge: 19 bis 28 cm

 

2.4.  FREEMOVEFINNE

Freemove-Finne oder auch Freewave-Finnen (bei MFC) sind Allroundfinne für Flachwasser und leichte Welle bis 1m - der Kompromiss aus Leistung und Manöver ist gebogener als eine Freeridefinne und länger als einen Wavefinne. Wenig Rake an der Basis sorgt für mehr Leistung beim Angleiten und für Beschleunigung. Der homogene Übergang zu mehr Rake im weichen Top gibt der Surffinne guten Fahrkomfort und Wendigkeit

Freemove bis 30cm bzw. Freewave-Finnen: Die Parameter dieser Surffinne sind fein auf Manöver und Leistung abgestimmt. Die neue Outline und das ausgedünnte Profil am Tip der Finne garantieren ausreichend Twist, um auch am Limit noch problemlos Halt und Kontrolle zu geben. Der Schwerpunkt liegt nahe dem Unterwasserschiff; das Board wird somit angenehm loose und drehfreudig.

Diese Surffinne passt in den einzelnen Größen nahezu auf jedes Waveboard.

Der Shape ermöglicht einen feurig aggressiven Stil. Weitere Vorgaben sind großes Leistungspotential und beste Kontrolle. Die 1cm Abstufung gewährleistet eine perfekte Größenabstimmung auf Segel, Board und Körpergewicht.

Freewave- oder All-Wave-Finnen: Die kleinen Größen 19cm / 20cm / 21cm / 22cm funktionieren perfekt in mittleren bis hohen Sideshore Wellen, auch bei viel Wind und Choppy-Bedingungen sind sie einsetzbar. Die Shapes 23cm / 24cm sind mit etwas mehr Profil auf Onshore-Wavesailing ausgelegt, sie können genauso gut auf Flachwasser eingesetzt werden.

Freemove ab 30cm: Profil und Outline sind auf Manöver mit viel Dynamik ausbalanciert. Auch für das reine Freeriden, mit Potential bis an die obere Geschwindigkeitsgrenze funktioniert der Shape bestens.

Leistungsorientiertes Freeriden ist das Schlagwort. Geschwindigkeit, Kontrolle, schnelle Manöver sind die Attribute für dieses Finnenkonzept.

Erreicht wird diese Charakteristik mit einer trapezähnlichen Flächenverteilung, einem etwas geneigteren Anstellwinkel und einem schlankerem Profil als bei Freeridefinnen.

Dieser Shape trägt den neuen Entwicklungen im Free Move Boardsektor Rechnung.

Finnenlänge: 24 bis 36 cm

 

2.5.  CROSSOVERFINNE

Hervorragendes Beschleunigungsverhalten und Halt bei extremsten Manövern, sind wichtige Eigenschaften dieser Surffinne. Die Profillänge nahe der Basis ist vergleichsweise hoch, um schon bei niedrigen Geschwindigkeiten einen hohen Wirkungsgrad zu erzielen.

Das erfolgreiche Shapekonzept, die Symbiose aus Free Style und Free Riden garantiert frühes Angleiten, gutes Höhelaufen, hervorragende Manövereigenschaften, gute Sprungambitionen und Kontrolle.

Auf Flachwasser lässt sich das Board über die Flächenverteilung der Finne kraftvoll und kontrolliert steuern.

Längenabstufungen dieser Finnelinie in 10 Millimeter Schritten läßt eine ideale Anpassung an Bedingungen, Board, Segelgröße und Körpergewicht zu.

Finnenlänge: 26 bis 36 cm

 

2.6.  FRERIDEFINNE

Durchgehend steiler Rake von der Basis bis zum Top erzeugen viel Auftrieb für sehr gutes An- und Durchgleiten. Der homogenen Profilverlauf von der Basis bis zum Top gibt guten Fahrkomfort und ermöglicht Speedfahren ohne Kontrollprobleme. Das gebogenen Top erleichtert Manöver bei voluminösen Boards und erhöht die Laufruhe.

Längen bis 54 Zentimeter, sind für voluminöse Boards mittlerweile notwendig.

Die Outline ist unter Berücksichtigung des Flexverhaltens teilweise sogar durch den Einsatz von Prepreg Materialien so gestaltet, dass Kentermoment und Kontrollierbarkeit leistungsorientiert ausgelegt sind. So verbinden die Freeridefinnen hervorragende Fahrleistungen mit problemlosen Manövereigenschaften.

Freeridefinnen werden in härteren Varianten (G10-Variationen) und weicheren Varianten (z.B. GFK) angeboten. Hier gilt das gleiche wie bei den Masten, die härteren Varianten der Surffinnen sind eher für die schwereren Surfer und die weicheren für die leichteren Surfer geeignet.

Finnenlänge: 30 bis 58 cm

 

2.7.  FREERACEFINNE

Wenig Rake, flache Profile, eine gerade Anströmkante und hochwertige Materialien (z.B. G10, CG10 oder Carbon) bestimmen diese sehr steife Finnenlinie. Sie haben wenig Wasserwiderstand, beschleunigen schnell und haben ein hohes Speedpotential. Das flache Profil und der kontrollierte Twist geben der Surffinne Laufruhe und erleichtern die Kontrolle bei Speedfahrten. Damit sind diese Finnen deutlich leistungsfähiger als die Freeridefinnen.

Finnenlänge: 32 bis 60 cm

 

2.8.  SLALOMFINNE / SPEEDFINNE

Schmale und steife Surffinnen mit dünnen Profile bestimmen die Slalomfinnenlinie. Sie haben wenig Wasserwiderstand, beschleunigen schnell und haben ein hohes Speedpotential. Das dünne Profil sichert maximale Kontrolle bei Topspeed und gibt der Surffinne die nötige Laufruhe.

Slalomfinnen werden von den Herstellern (z.B. MFC) in zwei Formen angeboten:
- große Finnen mit einen Rake um 10°, für Flachwasser und schwachen Winden
- mittelgroße Finnen mit einem Rake um 15°, für unruhiges Kabbelwasser und stärkere Winde.

Kleinere Slalomfinnen mit einem Rake zwischen 18 und 25° werden als Speedfinnen eingesetzt.

Die Unterschiede im Rake bei den Größengruppen ergeben sich aus den allgemeinen Finneneigenschaften:
- wenig Rake (Finnendruckpunkt weiter vorne): mehr Auftrieb, besseres Höhelaufen und weniger
  Kontrolle - je länger die Finne, um so mehr werden diese Eigenschaften verstärkt
- mehr Rake (Finnendruckpunkt weiter hinten): weniger Auftrieb, schlechteres Höhelaufen, aber mehr
  Kontrolle - je kürzer die Finne, um so mehr werden diese Eigenschaften verstärkt

Finnenlängen: 28 bis 48 cm

 

2.9.  RACEFINNE

Brachiale Leistung ist der Anspruch der Race. Wenig Rake und durchgehendes Profil bis ins Top sowie eine verkürzte Anströmkante liefern diesem Finnetyp sehr viel Auftrieb für Höhelaufen und frühes Angleiten. Damit sind diese Hochleistungsfinnen ideal für extrembreite Boards beim Einsatz in Kursrennen.

Das Profil und die Outline sind ohne Kompromisse auf Wettkampf ausgelegt. Die Outline ist am Tip nicht mehr rund sondern trapezförmig. Extrem hohe Upwind Geschwindigkeiten werden mit einer Finnenlänge von bis zu 70cm für Formulaboards erreicht. Grund dafür ist die hohe Steifigkeit des Materials in der Längsachse des Finnenblattes. Downwind ist die Surffinne durch ihre außergewöhnliche Twistcharakteristik auch im überpowerten Zustand bestens zu kontrollieren.
Diese Surffinne sollte man nur auf Raceboards einsetzen.

Empfehlungen für Racefinnenlängen:
-  50 bis 55cm - 8.4er Segel
-  55 bis 60cm - 9.4er Segel
-  60 bis 65cm - 10.4er Segel
bzw. Boardbreite 30cm vom Heck entfernt (one foot of), z.B. Breite 60cm, dann sollte auch die Surffinne 60cm lang sein.

maximale Finnelänge: 70 cm

 

2.10.  SEEGRASFINNE / SEEGRAS-WAVEFINNE / SEEGRAS-RIDEFINNE / SEEGRAS-RACEFINNE

Wave


Ride / Race

Zu den Seegras gefährdeten oder knietiefen Reviere zählen die Ostsee, Fehmarn, Rügen, Etang de Leucat, der Ringköbing Fjord und das Isselmeer. Das heißt: wir sind von Seegras umgeben. Und trotzdem ist Seegras nach wie vor ein stark vernachlässigtes Thema.

Seegras-Finnen sind eine Synthese zwischen Leistung und problemlosem Verhalten in Seegras- (Ostsee von Juni bis Oktober), Plastiktüten- und seichten Steh-Revieren (Ringköbing Fjord). Der Neigungswinkel (Rake) von ca. 45° (seltener 43° oder gar 30°, letztere eher fürs Speedsurfen designt) lässt Seegras noch gut abgleiten, ohne die Leistung der Surffinne drastisch einzuschränken. Die Fläche ist etwas größer, um den Neigungswinkel zu kompensieren.

Bei den Shapes wurden die Charakteristiken der herkömmlichen Finnenlinien übernommen und für den Einsatz bei Seegras effizient verbessert.

Die Leistungen dieser Surffinnen sind nun nach Jahren der Entwicklung ebenbürtig mit Wave-, Free Ride- oder Race-Shapes.

Vorteile:

-  es bleibt kein Seegras mehr hängen

-  leichtes (passives) Angleiten durch größere Fläche

-  bei Flachwasser gibt es weniger Grundberührung. Die 28-er, z.B., kannst du wegen der größeren
   Finnenfläche getrost fahren, wenn du sonst einen 30-er oder gar 32-er Freeride reinschrauben
   würdest

-  die weite Powerhalse gelingt leichter. Die Surffinne ist kürzer (flacher) und gutmütiger, daher einfacher
   um die Boardlängsachse zu kippen und Fehler verzeihend. Außerdem verlagert sich der
   Borddrehpunkt durch die Verlagerung der Finnendruckpunktes nach hinten auch weiter nach
   hinten. Dadurch vergrößert sich die Kraft des rotierenden Segels, das aber auch beim Halsen weiter
   nach hinten gelegt werden muss

-  weniger Spin-Out, da der Finnendruckpunkt weiter hinten liegt und du mehr Druck gerade bei
   Überpowerung auf den hinteren Fuß bringen kannst.

-  Das Bord ist, wenn einmal im Gleiten, schneller, wegen des geringeren Widerstandes im Wasser
   (45°/43°/30° Anströmwinkel) und des weiter nach hinten verlagerten Finnendruckpunktes, der
   Mastfuß kann (muss) weiter hinten montiert werden, dadurch wird die benetzte Fläche des Board beim
   Gleiten kleiner und das Board schneller.

-  im oberen Windbereich ist die Surffinne besser zu kontrollieren, denn dann soll man sich normalerweise
   immer eine um eine Nummer kleinere Finne in den Finnenkasten schrauben.

Nachteile:

-  die Finnen ragen weiter über das Boardheck hinaus als die anderen Surffinnen, dadurch vergrößert sich
   die Gefahr, sich beim unachtsamen Bewegen oder Führen des Boards im Wasser den Neoprenanzug
   oder den Gabelbaumbelag zu beschädigen oder sich gar zu verletzen.

 

Lessacher Seegrasfinnen

Eine Besonderheit unter den von und angebotenen Seegrasfinnen stellen die design Lessacher von tekknosport auf dem Finnemarkt dar. Carbon Composit und die doppel- (duo-) bzw. quattro-konkaven asymmetrische Finnenformen verleihen diesen Seegrasfinnen Eigenschaften, die nicht nur den herkömmlichen Surffinnen absolut ebenbürtig sind, sondern sie sogar in der einen oder anderen Richtung übertreffen. Die Lessacher Seegrasfinnen sind die schnellsten Serien-Seegrasfinnen am Markt.

Abb.1: Lessacher Chamäleon Comp.        Abb.2: Lessacher Formula Duo bzw. Lessacher Duo Seegras

                                     

Finnenlänge: 24 bis 36 cm (Lessacher Formula Duo 40cm)

 

2.11.  SPEZIALFINNE

Diese breiten und kurzen Freeridefinnen mit viel Fläche sind speziell für Knietiefes Wasser in Stehrevieren geeignet. Wenig Tiefgang bei großer Fläche ermöglicht den Einsatz von großen Segeln (bis 9 m²) auf breiten Freerideboards im seichtem Wasser.

Knietiefe Reviere sind: Ostsee, Fehmarn, Rügen, Etang de Leucat, Ringköbing Fjord, Isselmeer.

Finnelänge: 26 bis 34 cm

 

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3. FINNENGRÖSSEN UND -ABSTUFUNGEN / FINNENRANGE

Eine Windsurffinne ist 17 bis 70 cm lang, an der weitesten Stelle 8 cm bis 26 cm breit und in der Regel 10 bis 11mm dick. MFC schafft es seit 2007 mittels spezieller Composit-Technologie, Surffinnen der Stärke 8,8mm herzustellen, die die gleiche Leistung, wie 10mm Finnen aufweisen. Also auch hier gibt es einen Vielfalt von Größen und Formen. Was von all dem braucht man wirklich.

Genau genommen benötigt man um absolut bei jedem Wind perfekt ausgerüstet zu sein:
-  für jeden Segeltyp eine andere Surffinne (den passenden Finnentyp),
-  für jede Segelgröße eine andere Finnegröße und
-  für jedes Board das eigene Sortiment (also z.B. für Freerideboards - Freeridefinnen, für Waveboards - Wavefinnen
   und für Freestyleboards - Freestylefinnen).

Und wenn man in Flachwasserrevieren unterwegs ist, lohnt es sich auf jeden Fall, noch Seegrasfinnen im Gepäck zu haben.

In der Regel reichen aber fürs Erste für jedes Board eine kleine und eine größere Finne, je nach bevorzugter Segelgröße, die auf diesem Board gefahren werden soll, zuzüglich einer Seegrasfinne - also drei Surffinnen (zwei zusätzliche, denn eine Surffinne - selten zwei - liefern die Boardhersteller meistens mit).

Wichtig ist es bei der Finnenwahl auch zu wissen, dass sich bei ein und derselben Surffinne die zugehörige Sailrange bei vom Volumen her größeren, unserer Erfahrung nach eher längeren Boards, so die Hinweise von Boardherstellern zur Wahl der optimalen Finne, im Vergleich zu den kleineren bzw. kürzeren Boards komplett weiter nach vorne verschiebt. Das heißt, wenn man auf dem kleineren Board eine bestimmte Surffinne bis 6m² fahren könnte, so werden auf dem nächst größeren Board für diese Finne z.B. maximal nur 5,5m² empfohlen.

So empfiehlt z.B. JP seine Super-X 33er Finne für seine folgenden 2006er Boards für die folgenden Sailranges:
- X-Cite-Ride 95l          ab 6,5m² bis 6,9m² (mehr verträgt das Board nicht)
- X-Cite-Ride 105l       von 5,8m² bis 7,2m²
- X-Cite-Ride 120l       von 5,4m² bis 6,8m²
- X-Cite-Ride 135l       von 4,5m² bis 6,0m².

Dieses Phänomen ist darauf zurückzuführen, dass die Hecks der betreffenden Boards, eben je Heck-Outline und Heckvolumen mal tiefer und mal höher im Wasser liegen, dadurch auch mal auf mehr und mal auf weniger seitlichen Wasserwiderstand stoßen. Also aufgepasst, hier gilt, wie bei den Segel: es ist nicht alles drin, was drauf steht!

Kaufen Sie ein zu kleine Surffinne, so werden Sie, wenn Sie ordentlich Druck im Segel haben und sich daher richtig ins Trapez reinlegen müssen oder beim Angleiten, einen Spin-Out nach dem anderen haben; was aber nicht bedeutet, dass Sie bei etwas weniger Wind und aufrechterem Fahrstil nicht auch Spin-Out-freien Gleitspaß haben werden - nur der Schnellste werden Sie nur bis zum nächsten Spin-Out sein. Außerdem werden Sie nicht so schnell ins Gleiten kommen, wie andere.

Kaufen Sie eine zu große Surffinne, werden Sie zwar schneller im Gleiten sein, aber in der Endgeschwindigkeit sind Sie langsamer. Eine kürzere Finne ist eben schneller als eine längere. Und außerdem wird das Board mit einer langen Finne im Grenzbereich sehr unruhig bis unfahrbar.

In diesem Zusammenhang ist die Finnenrange eines Boards von entscheidender Bedeutung. Zu jedem Board werden vom Hersteller die Größen und Typen der Surffinnen angegeben, die sinnvoller Weise in dem jeweiligen Board gefahren werden können. Die Summe aller Surffinnen, die im Board gefahren werden können, bezeichnet man als Finnenrange. JP weist z.B. in seinen Produktkatalogen von 2007 eine Finnrange für den JP X-CITE RIDE 130 von Surffinnen ab 32cm bis 52cm aus. Genauer genommen lautet die Finnrange: Freeridefinnen von 32 bis 52cm, SuperX-Finnen nur der Länge 33cm und Slalom-Finnen von 36 bis 50cm.

Im Allgemeinen wird aber bei der Finnenrage nur die Finnenlänge und nicht der Finnentyp berücksichtigt. Surffinne mit einer Länge außerhalb der vom Hersteller angegebenen Finnrange sollte man nicht im Board fahren. Es macht keinen Sinn diese Surffinnen funktionieren beim Surfen nicht richtig. Entweder, man kann nicht genug oder gar nicht Höhe laufen, weil die Surffinne zu klein ist oder man kentert z.B. auf, weil die Finne zu groß ist, und man nicht genügend Druck auf die Boardkanten bringen kann.

Und wieder aufgepasst, die Längenangaben für die Finnenrange bezieht sich immer auf die vom Hersteller empfohlenen Surffinnen. Die Surffinnen von Select z.B. sind im Vergleich zu denen von JP allesamt viel schlanker und haben daher bei gleicher Finnelänge teilweise wesentlich weniger Finnefläche als die von JP. Im Detail hatte eine um 8 cm kürzere Surffinne z.B von White Water bzw. um 4 cm kürzerer Finne von JP die gleiche Finnenfläche wie die von Select. 

Windsurffinne unterscheiden sich schon rein äußerlich teilweise enorm von einander. Die wesentlichsten äußerlichen Kriterien einer Surffinnen sind:
- die Finnenform (Finnen-Outline)
- die Finnenfläche (größere Fläche: besseres Angleitpotential)
- die Finnenlänge (Abstand Finnenspitze, der eingeschraubten Finnen bis zur Boardunterseite - Tiefgang)
- das Finnenprofil (Querschnitt der Surffinnen)
- die dickste Stelle des Profils (weiter hinten: weniger Widerstand, daher schneller und leichter kontrollierbar)
- die Lage des Finnendruckpunktes (analog dem Segeldruckpunkt) und
- das Finnenboxsystem.

Für diese Finnenkriterien gilt:
- je größer die Finnenfläche, umso größer die Kraft, mit der die Surffinnen im Wasser festgehalten wird
- je länger die Surffinne bei gleicher Fläche, umso größer auch die Kraft, mit der die Finnen im Wasser festgehalten wird, da das
  Wasser in der Tief "besser greift"
- asymmetrische Surffinnen (duo- oder quattro-konkav) sind Spin-Out-sicherer als Finnen mit symmetrischen Profilen
- je weiter der Finnendruckpunkt nach hinten verlagert ist, umso mehr Kraft verträgt die Surffinne über den hinteren Fuß
- je breiter die Finnenbasis, umso besser gleitet die Surffinne an und umso besser kann man mit ihr Höhelaufen.

Das bedeutet bezüglich symmetrischer Seegrasfinnen, und lassen Se sich da nichts von jemanden, auch nicht JP, erzählen: eine Seegrasfinne, die das gleich Segel, wie z.B. Ihre Freeridefinne halten soll, das heißt, Sie Spin-Out-frei surfen lässt, muss mindestens eine eben so große oder um 30 cm² bis 50 cm² größere Fläche als Ihre Freeridefinne haben. Bei der Seegrasfinne gleicht der weiter hinten liegende Finnendruckpunkt als Vorteil gegenüber den normalen Surffinnen den geringeren Tiefgang der Seegrasfinnen als Nachteil gegenüber den normalen Surffinnen etwa aus.

Hier ein Beispiel dafür, wieweit man daneben liegen kann, wenn man blind den Herstellerangaben vertraut.
Für einen 92-kg-Hobby-(Otto-Normal)-Heizer, der vorzugsweise überpowert und nicht übermäßig finnensensibel surft, wurden von uns u.a. folgende Ergebnisse fürs Freeracen gemessen:

Finne

Finnentyp

Länge
(cm)

Sailrange laut
Hersteller (m²)

easy maximal
 für 92kg

Testboard

Lessacher Chamäleon Comp. 280

Seegras Quattro

28

bis 6,5

bis 5,5

Crossover 95l

Lessacher Chamäleon Comp. 320

Seegras Quattro

32

ab 6,5

bis 6,5

Crossover 95l

Lessacher Chamäleon Comp. 320

Seegras Quattro

32

ab 6,5

bis 6,0

Freemove 103l

Lessacher Duo 32 TU

Seegras Duo

32

bis 8,0

bis 6,0

Freeride 115l

Lessacher Hyper Duo 39 TU

Slalom Duo

39

5,9 - 8,0 / bis 10

bis 7,0

Freeride 125l

Lessacher Chamäleon Comp. 360 DTU

Seegras Quattro

36

ab 6,5

bis 8,0

Freeride 125l

Lessacher Duo 36 TU

Seegras Duo

36

bis 9,0

bis 7,5

Freeride 125l

Lessacher Duo (Formula) 320

Seegras Duo

32

bis 8,0

bis 7,0

Freerace 144l

Lessacher Duo (Formula) 360

Seegras Duo

36

bis 9,0

bis 8,0

Freerace 144l

Lessacher Duo (Formula) 400 DTU

Seegras Duo

40

bis 10,5

bis 9,5

Slalom 158l


Wie ist diese so enorme Abweichung möglich?

Ähnlich wie bei der Sailrangeangabe der Boardhersteller gilt: unter bestimmten Bedingungen - Boardgröße, Boardtyp, Boardtrimm, Segelgröße, Segeltyp, Surferstatur und besonders Surfstil - sind die Herstellerangaben durchaus möglich, für den Durchschnittssurfer aber selten.

Für jedes Segel sollte man sich möglichst Surffinnen vom gleichen Typ besorgen, also für Wavesegel - Wavefinne, für Freeridesegel - Freeridefinne etc.

Für Freerider und Freeracer gilt etwa: eine Surffinne funktioniert auf der Kreuz maximal für eine Segelflächendifferenz von 1,1 m² (z.B. 6,5-7,0-7,5). Man kann genauso mit einer gut gewählten Wavefinne ein 3,6er, ein 4,0er und ein 4,6er Wavesegel (Abstand zur nächsten Wavesegelgröße der Range kleiner - 0,4 bis 0,5 m²) fahren. Mit mit einer (längeren) Freeracefinne kann man oft nur ein, seltener auch zwei Segel fahren, z.B. ein 8,0er und ein 9,0er Freeracesegel  (da der Abstand innerhalb der Segelrange größer ist - 1,0 bis 1,5 m²) fahren. Nur wer hat schon ein 8er und ein 9er, wenn die Abstufung besser 7,5 und 9,0 betragen

Bei den Seegrasfinnen kann man getrost auf je eine Finne für je zwei gar drei Segelgrößen zurückgreifen, weil die negativen  Auswirkungen einer zu großen Seegrasfinne wegen ihres geringeren Tiefganges nicht so heftig ausfallen, wie die bei den anderen Finnentypen.

Schwerere oder weniger speedambitionierte Surfer sollten im Zweifelsfalle eher zu größeren, und leichtere oder speedambitioniertet Surfer eher zu kleinen Surffinne greifen.

Im Detail bedeutet das für die Finnenangaben, z.B. von JP, so unser Rat:
- das erste Drittel der je Surffinne angegebene Sailrange für die jeweiligen Boards gilt besonders für die Surfer ab 90 kg
- das zweite Drittel der angegebene Sailrange für die jeweiligen Boards gilt besonders für die Surfer zwischen 70 und 90 kg
- das letzte Drittel der angegebene Sailrange für die jeweiligen Boards gilt besonders für die Surfer bis 70 kg.

Zur groben Orientierung hier die Längen von Freeridefinnen (z.B. Empfehlungen von F2):

Freeride-Fins (cm) Sailrange
32 4.0 - 6.0 m²
34 4.5 - 6.5 m²
36 5.0 - 7.0 m²
38 5.5 - 7.5 m²
40 6.0 - 8.0 m²
42 6.5 - 8.2 m²
44 7.0 - 8.5 m²
46 7.5 - 8.8 m²
48 8.0 - 9.0 m²
50 8.5 - 9.5 m²
52 9.0 - 10,0 m²

 

Bei Speedfinnen in 65l-Boards (und kleineren Boards) und tief Raumschot geschrotet (eben auf den Kursen mit der größten gemessenen Geschwindigkeit), sieht das dem entsprechend logischer Weise deutlich anders aus bzw. kann es auch anders aussehen, denn Höhelaufen müssen diese Finnen bei Raumschot nun wirklich nicht:

 

Speedfins (cm)  Sailrange
22 4.6 - 5.4 m²
24 5.0 - 5.8 m²
26 5.4 - 6.3 m²
28 5.8 - 6.8 m²
30 6.3 - 7.3 m²

 

Hier noch eine Faustregel für die ambitionierten unter den Surfern:
- für Freeraceduelle benötigt man optimaler Weise eine Finne, die 1cm länger, als die optimal auf dem gleichen Board gefahrene
   Slalomfinne (bei gleichen Segelgrößen), sein sollte
- für Speedrekorde benötigst du Speedfinnen, die bezogen auf das gleiche Board 1 bis 2cm kürzer als die optimal gefahrene
   Slalomfinne sein muss

    ... So wichtig und entscheidend können 1cm mehr oder weniger Finne sein! ...

 

Wavefins (cm)  Sailrange
20 3.5 - 4.5 m²
21 4.0 - 5.0 m²
22 4.5 - 5.5 m²
23 5.0 - 6.0 m²
24 6.0 - 6.8 m²

 

Freestyle-Fins (cm)  Sailrange
18 4.0 - 5.5 m²
20 5.0 - 6.0 m²
22 5.5 - 6.5 m²
24 6.0 - 7.0 m²


1. Faktor für die Abweichung der gewählten Finnenlänge von den Herstellervorgaben ist die Brettgeschwindigkeit bzw. Top-Endgechwindigkeit eines Boards:
Speedsurfer z.B. bevorzugen auf den ersten Blick, nicht zuletzt wegen der besseren Boardkontrolle und höheren Geschwindigkeit, vergleichsweise viel kleinere Surffinnen als Freerider. Warum eigentlich? Je schneller ein Board, umso besser greift die Finne (plausible Erklärung: das Wasser wird mit zunehmender Geschwindigkeit "härter"). Auf einem Slalomboard oder Speedboard kannst du bzw. genauer genommen musst du sogar kleiner Finne fahren, denn ist die Finne zu groß, wird das Board sehr unruhig. Dafür musst du aber aktiver Anfahren (Pumpen) bevor du im Gleiten bist, denn der Auftrieb der kürzeren Surffinne ist eben geringer.

2. Faktor für die Abweichung der gewählten Finnenlänge von den Herstellervorgaben ist die Surfweise:
Wenn jemand muskelbepackt gern überpowert im Sitztrapez surft (ich z.B.) und aus diesem Gunde das Rigg im Gleiten wie einen Fallschirm weit über sich herüber zieht und nicht mehr so aufrecht auf den Surfbrett steht, sondern mit seinem Rücken geradeso "über die Wellen hinwegschwebt", bei dem wirken andere seitliche Kräfte auf die Surffinne als bei den aufrechter surfenden Hüfttrapez-Piloten.

In der weit nach hinten gelegten Position wird der Druck auf das Heck zwar geringer, aber der Druck gegen die Surffinne, d.h. auf den Literalpunkt des Boards (Drehpunkt) größer (siehe Kräfteparallelogramm über eine Resultierende, aus der Physik). Das Heck wird freier, die Surffinne kommt höher und greift daher nicht mehr so gut. In diesem Fall muss der "Power"-Surfer zwangsläufig vergleichsweise zur einer größeren Finne greifen, als der Surfer, der aufrechter auf dem Board steht. Für einen 90-kg-Surfer können das bei einer Lessacher Seegrasfinne schon mal 4 cm sein und für eine Freeridefinne ebenso.

3. Faktor für die Abweichung der gewählten Finnenlänge von den Herstellervorgaben ist die Position der Fußschlaufen:
Wenn jemand sehr schnell surfen, andeutungsweise Speedsurfen möchte, dann raten die Boardhersteller dazu, die Fußschlaufen möglichst in die hinterste Position zu montieren, da dann im Gleiten die benetzte Fläche am kleinsten und das Board wegen der geringeren Reibung schneller ist. Und auch in diesem Falle wird der Druck seitlich auf die Surffinne größer.

Muskelbepackte Freeracer, die die Schlaufen am liebsten ganz hinten positionieren oder schwere Surfer benötigen größere Finnen. Freerider, die keine Speedduelle auf dem Wasser suchen und entspannt den Gleitrausch in vollen Zügen genießen möchten, kommen mit kleineren Finne aus...

Auch wer groß ist und deshalb oder auch wegen eines sicheren Standes die Fußschlaufen weiter auseinander montiert, der kann auch eine etwas kleinere Surffinnen wählen, da dann die Kräfte auf die Finne, wegen des um 1 bis 2cm nach vorne versetzten Literalpunktes des Boards (Drehpunkt des Boards) auch geringer ausfallen.

4. Faktor für die Abweichung der gewählten Finnenlänge von den Herstellervorgaben ist die Outline des Boards:
Lange Boards (insbes. ältere Modelle) benötigen keine so langen Surffinnen, wie die kürzeren modernen Boards. Hier wir die Finne von der längeren Boardkante unterstützt, die der Abdrift entgegen wirkt.


... Aber unterm Strich nicht verzweifeln. Wähle die Finne in der Länge, die deiner Meinung nach und unter Berücksichtigung der Hinweisen erfahrener Surfer am besten zu dir passt. Und wenn du dann mit deiner Board-Segel-Finnen-Kombination zu viele Spinouts hast oder nur schlecht Höhe laufen kannst, kaufst du dir eben eine um 2 - 3 cm größere Surffinne und dann passt es schon.
Die kleinere Finne brauchst du später sowieso - fürs kleinere Segel...

 

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4. FINNENBOXSYSTEME

Die Surffinnen werden mit einer oder zwei Schrauben, den Finnenschrauben, in eine Box (Finnenbox oder Finnenkasten) im Heckbereich ans Board geschraubt. Zur Zeit werden in den Windsurfboards folgende Finnenboxsysteme eingebaut:
-  US - US-/ Euro-Box (Euro-Box hat einen etwas ausgefräste und damit leichteren Finnenkopf)
-  PB - Powerbox
-  TU - Tuttle-Box
-  DT bzw. DTU - tiefe (deep) Tuttle-Box
-  PT - Trimm-Box
-  TC - Tiga Conic-Box
-  MC - MultiConic-Adapter.

Und damit beginnt schon das Problem. Manchmal möchte man mit dem Freemovesegel mit dem Freerideboard heizen und wenig später mit dem kleinere Waveboard über die Kabbelwellen springen. Kein Problem, wenn da die Bretter die gleichen Boxsysteme verwenden würden.

Die meisten Boards besitzen PB-Systeme.

Aber die meisten Waveboards werden mit US-Systemen geshapet. Diese Boxen sind flacher als alle übrigen und die zugehörigen US-Box-Finnen werden von unten fixiert. Aus diesem Grunde können diese Boxen in flache Hecks und genau unter der hinteren Fußschlaufe ins Board eingebacken werde.

Fast alle Slalomboards werden mit TU-Systemen und die größeren Boards ab 150 l mit DTU-Systemen ausgestattet. So kann es sein, dass Sie zwei ähnliche oder gleiche Surffinne für unterschiedlichen Boxsystemen kaufen müssen, obwohl eine genügt hätte. Also vorher überlegen, welche Boards man kauft.

 

Zum Thema - TU und DTU:
Jede normale Tuttle Finne passt in eine Deep Tuttle Box - das ist so! Und Deep Tuttle Finnen kann man kürzen, natürlich muss man dann neue Löcher für die Gewindeinserts bohren (d.h. nicht immer, denn viele Surffinnenhersteller haben die schon eingebohrt). Es verändern sich nur die Schraubenlänge. Aber ab 55 cm Finnenlänge aufwärts würde ich nur Deep Tuttle nutzen.

Aber wenn man mit einer Tuttle-Finne in einer Deep-Tuttle-Box gegen einen Stein fährt, wird die Tuttle-Finne in die Deep-Tuttle-Box getrieben, denn Platz ist da noch genug, und die hintere Schraube wird verbogen, die Beschädigungen an der Finnen halten sich in Grenzen. Das kann einem in einer Tuttle-Box natürlich nicht passieren - da zerlegt es die TU-Surffinne oder gleich die TU-Box.

 

PB-Finnenkopf zu hoch!?

Bei den PB-Finnen habe ich in der Vergangenheit leider einige Male feststellen müssen, dass der PB-Finnenkopf bzw. PB-Adapter etwas höher war als benötigt, d.h. dass die Finnenbasis 1 bis 4mm aus der Finnenbox über das Unterwasserschiff des Boards hinausragte. Also habe ich den Finnenkopf, d.h. dieses "stumpfwinklige Dach des Finnenkopfes", auf einer Gehwegfliese (flache Schmirgelunterlage) Millimeter für Millimeter solange abgeschliffen, bis die Finnenbasis mit dem Boardunterwasserschiff perfekt abgeschlossen hat. Und nicht verzweifeln und nur Mut: den PB-Finnenkopf kannst du nicht zu kurz schleifen, denn die Surffinne wir nicht über die Höhe des Kopfes, sondern die konischen Finnenkopfbacken in der PB-Box fixiert!

 

US-Finnenkopfschaft zu lang!?

Beim US-Finnenkopfschaft erscheint es manchmal, wünschenswert, dass der Schaft kürzer ausfällt, als von den Herstellern angeboten. Zum Einen hätte man dann die Möglichkeit den Finnentrimmbereich (Bereich von der vordersten bis zur hintersten Befestigungsposition einer US-Finne in einer US-Box) zu vergrößern und zum Anderen wäre man dann insbes. bei Boards mit kurzen US-Finnenboxen erst überhaupt in der Lage zu trimmen. US-Seegrasfinnen besitzen unter Umständen wohl einen längeren Schaft als üblich.

In solch einem Fall und wenn es nicht anders geht, eine Metallsäge mit feinem Sägeblatt nehmen und den Schaft kürzen. D.h. einfach das Ende mit dem Bolzen abschneiden bzw. herausschneiden, ein neues Loch in Höhe des alten Bolzen bohren, eine Schraube der Dicke des Bolzens ins Loch schrauben und den Kopf und/oder die Spitze (insb. bei Madenschrauben) abschneiden.   
 

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5. FINNENHERSTELLUNG / FINNENMATERIAL

Es gibt im Prinzip nur zwei Herstellungsverfahren für Surffinnen:
-  in einer Form gebackenen Finnen (Formfinnen oder auch Composit-Finnen bezeichnet)
-  geschliffene Finnen aus laminierten Platten
 

5.1. Formfinnen / Composit-Finnen

Bei der Herstellung von Finne in der Form durch Backen bei Temperaturen zwischen 60°C und 100°C gibt es drei Verfahrensweisen:
-  Injektionsverfahren: nach dem Einlegen von trockenen Matten in zwei Halbschalen wird das Epoxy in die Form gespritzt und
   über Vakuum in der Form verteilt (technisch anspruchsvolles Verfahren, kaum Handarbeit nötig)
-  Schichtverfahren mit trockenen Matten: die werden Stück um Stück in die Halbschale gelegt und mit Epoxy bestrichen
-  Schichtverfahren mit vorimprägniertem Material. Pre-Peg-Material (pre-impregnated / FPT - Fin Prepreg Technology) hat
   einen konstante Durchmischung mit Epoxy und einen höheren Anteil an hochwertigen Mattenmaterial.

Durch die gezielte Auswahl der Anzahl, der Lage, der Form und des Material der eingesetzten Gewebestreifen (Matten / Laminate) kann der Finnendesigner genau bestimmen, wo die Finne unter welchem Druck wie nachgeben soll. Auf diese Art und Weise kann er "intelligente" Finnen kreieren.

Carbon-Composit-Finnen beinhalten mehrere Lagen Carbongewebe und sind daher sehr teuer. Reine Carbon-Composit-Finnen sollten nur die Profis nehmen. Diese Finnen sind sehr leicht (was für alle Windsurfer gut ist bzw. gut wäre), aber auch dünner als Finnen (was für uns Otto-Normal-Windsurfer eher schlecht ist). Dünne Finnen schneiden das Wasser anders als Finne mit einer etwas breiteren Anströmkante. Dadurch reagieren solche Finne äußerst sensibel auf Belastungen und sind nicht nur nicht mehr Fehler verzeihend, sondern sogar sehr stressig.
 

5.2. Geschliffene Finnen

Geschliffenen Surffinnen aus Polyester, Vinylester, G10, CG10 und deren verwandten Materialien werden aus Platten ausgesägt und anschließend von Hand oder maschinell kopiergefräst (CNC-Fräsen mittels Computerprogramm durch Abtasten einer Finnenschablone).

Finne aus G10 sind mit Abstand die härtesten Finnen unter den geschliffenen Finnen. Durch die gezielte Wahl der Materialdicke kann der Finnendesigner auch bei G10 Finnen die Flex- und Twisteigenschaften festlegen. Aber im Vergleich zu den Composit-Finnen sind diese Möglichkeiten bei G10 arg begrenzt, denn bei den G10-Finne muss die äußerer Stromlinienform der Finne eingehalten werden.
 

5.3. Eigenschaften / Unterschiede zwischen den Finnen

Eigenschaften der Formfinnen (Composit-Finnen):
-  präzises Twist- und Flexverhalten
-  hohe Fahrleistung
-  robust und langlebig
-  für radikale Waverider zu hart
-  sehr hohe Profilgenauigkeit, kleine Toleranzen
-  wegen hoher Formkosten (bei Stahlformen) und deren Entwicklungsdauer nicht immer topaktuell.

Eigenschaften geschliffener Polyester- und Vinylesterfinnen:
-  sehr gutes Flex- und Twistverhalten durch Profildicke und Outline
-  mäßige Fahrleistungen
-  nicht sehr langlebig, frühzeitige Materialermüdung
-  topaktuelle Shapes
-  fransen bei Grundberührung leicht aus, schwierig zu reparieren

Eigenschaften von G10-Finnen:
-  gutes Flex- und Twistverhalten
-  gute Fahrleistung
-  robust und leicht zu reparieren
-  topaktuelle Shapes
-  große Qualitätsunterschiede!.
 

5.4. Finnenmaterialen

Surffinnen werden zur Sicherung bestimmter Fahreigenschaften aus verschiedenen Materialien gefertigt. Gegenwärtig werden Finnen aus folgenden Materialien gefertigt:

 

CG-10

harte Finne: stark verdichtetes Epoxydlaminat mit Carbon-Verstärkung

 

G-11

harte Finne: stark verdichtetes Epoxydlaminat (glasfaserverstärktes Epoxydharzlaminat - EP GC 203 / MIL-I-24768/3 (GEB) - steifer und Härter als G-10

 

G-10

harte Finne: unter Hochdruck stark verdichtetes Epoxydlaminat (glasfaserverstärktes Epoxydharzlaminat - EP GC 201 / MIL-I-24768/2 (GEE)

 

GKF

mittelharte Finne: Glasfaser-verstärkter Kunststoff; besteht aus Glasfasern, die mit Epoxy- oder Polyesterharz getränkt sind (z.B. White Water Ride Core)

 

VE

mittel harte Finne: mittel verdichtetes Polyesterlaminat

 

GX / PG

weiche Finne: leicht verdichtetes Polyesterlaminat bzw. Multicolor-Polyesterlaminat bei PG

 

COMP

Composit-Formbau: Carbon-Epoxy-Laminat / Carbon-Glas-Epoxy-Laminat / Glas-Epoxy-Laminat; exaktes Flexverhalten, individuelle Anpassung der Carbon- und/oder Glasfasermatten an Finnengröße und -modell

 

PREPREG

Pre-impregnated fibre - "vorimprägnierte Fasern": Fasern werden mit Epoxidharz (Epoxy Prepreg) imprägniert um das ideale Verhältnis zwischen Fasern und Harz zu erreichen - das präziseste Material für Finnen mit den besten mechanischen Eigenschaften und wesentlich höherer Lebensdauer CNC-gefertigt - aufwendig, kompliziert und teuer (z.B. White Water Free Race G1o unidirktional)

Im Bezug auf Lamininaten bezeichnet der Begriff "unidirektional" die gegebene Faserrichtung des Prepregs, also sind hier die Fasern nur in eine Richtung orientiert. Der Hauptbegriff für Prepreg-Material, bei dem die Fasern generell nur in 0°-Richtung verlaufen (Kettfaden) lautet Tape bzw. auch unidirektionales Prepreg.

 

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6. FINNENVERGLEICH - FLACHWASSERSURFEN

Die Leistungsfähigkeit bzw. Leistungsunterschiede lassen sich bei Surffinnen schon im optischen Vergleich ermitteln.

Tab.6.1: Vergleich 36er Finnen Freeride - Freemove - Freewave (All-Wave)

 

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Parameter

Naish
All Terrain 36 **

MFC
 Freewave 36 **

Prolimit
Freemove 36

Länge

360

360

360

Dicke

11

10

12

Vorderkanten-
abstand

22

20

20

Form

Freeride-Charakter
schlang, homogen spitz zulaufend

All-Wave-Charakter
breit, nur mäßig verjüngend, im Top nach hinten wegfließend, viel Fläche im Top

Freemove-Charakter
nicht so schlank, homogen weniger spitz zulaufend

Breite der Finnenbasis

105

121

120

Breite bei 10cm

89

120

105

Breite bei 20cm

77

85

88

Breite bei 29cm

62

92

79

Rake

 relativ steil

zunächst relativ steil, dann zum Top hin, wavemäßig nach hinten wegfließend

durchgehend konstant nach hinten wegfließend

R* bei 10cm

12

12

15

R* bei 20cm

32

40

47

R* bei 29cm

62

85

97

hinterster Punkt

147

202

211

Fläche im Vergleich

100 %

ca. 125 %

ca. 120 %

Fahreigen-schaften

schnell, gutes Höhelaufen, moderate Manövereignung

weniger schnell, sehr gutes Höhelaufen, hervorragende Manövereignung

weniger schnell, gutes Höhelaufen, fehlerverzeihend, sehr gute Manövereignung

    * gemessen wurde der Abstand der Vorderkante zur Senkrechten die durch den Punkte, an dem die
       Vorderkante der Finnen quasi aus dem Finnenkopf heraustritt.

   ** wurden von der gleichen Firma produziert

Auf Flachwasser würde ich zum flotten Freeriden und sportlichem Halsen mit einem 6er oder 6,5er Segel auf einem 115er Freemove-Board bei 9 bis 10m/s die Naish All Terrain 36 wählen. Um Powerhalsen und Duck-Jibes zu üben oder zu zelebrieren, würde ich bei schlechteren Bedingungen (On-Shore-Wind, sehr böige Winde und/oder Kabbelwasser) zur MFC Freewave, sonst zur  Freemove greifen.
 

Tab.6.2: Vergleich 28er / 26er Finnen - Freemove - Hybrid - Freewave (All-Wave)

 

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Parameter

Naish
All Terrain
28

MFC
 Freewave
28

Prolimit
Freemove
26

Prolimit
Hybrid
26

Länge

 280

280

 260

260

Dicke

 11

 10

 11

 11

Vorderkanten-
abstand

 21

 23

 18

 6

Form

Freeride-Freemove-Charakter
relativ schlank, etwas gedrungen, homogen spitz zu laufend, im Top leicht nach hinten wegfließend

All-Wave-Charakter
etwas gedrungen, nur mäßig verjüngend, im Top nach hinten wegfließend, viel Fläche im Top

Freemove-Charakter
gedrungen, homogen weniger spitz zulaufend

Freemove-Freestyle-Freewave-Charakter
extrem gedrungen, homogen stumpf zulaufend

Breite der Finnenbasis

 120

 115

 125

 147

Breite bei 8cm

 95

 97

 112

 120

Breite bei 16cm

 84

 82

 95

 108

Breite bei 24cm / 22cm

 77

 100

 106

 120

Rake

 relativ steil

zunächst relativ steil, dann zum Top hin, wavemäßig nach hinten wegfließend

durchgehend konstant nach hinten wegfließend

durchgehend konstant nach hinten wegfließend

R* bei 8cm

 19

 14

 20

 12

R* bei 16cm

 42

 40

 60

 38

R* bei 24cm

 91

 95

 140

 100

hinterster Punkt

 187

 192

 226

 193

Fläche im Vergleich

100 %

 ca.108 %

 ca. 110 %

 120 %

Fahreigen-schaften

schnell, normales Höhelaufen, gute Manövereignung

schnell, gutes Höhelaufen, hervorragende Manövereignung

weniger schnell, besseres Höhelaufen, fehlerverzeihend, sehr gute Manövereignung

ausreichend schnell, sehr gutes Höhelaufen, fehlerverzeihend, sehr gute Manövereignung (kleinere Segel) bzw. beste Freestyle-Manövereignung (größere Segel)

Starkwind

Starkwind geeignet

sehr gute Starkwindeignung

gute Starkwindeignung

nicht für Starkwind geeignet

   * gemessen wurde der Abstand der Vorderkante zur Senkrechten die durch den Punkte, an dem die
       Vorderkante der Finnen quasi aus dem Finnenkopf heraustritt.

   ** wurden von der gleichen Firma produziert

Auf Flachwasser würde ich zum speedorientierten Freeriden und sportlichen Halsen mit einem 4,5er oder 5,0er Segel auf einem bis 95l Freemove-Board bei 15 bis 17 m/s die Naish All Terrain 28 wählen. Um diverse Jibes zu üben oder zu zelebrieren, würde ich bei schlechteren Bedingungen (On-Shore-Wind, sehr böige Winde und/oder Kabbelwasser) zur Freemove 26, sonst zur Freewave 28 greifen.

Wollte ich Manöver surfen und springen, würde ich bei 15 m/s auf einem 95l-Crossover- oder Freemove-Board mit einem 5er Segel die Freewave 28 nehmen.

Und mit einem 6er oder 7er Segel auf einem 110l Freemove-, Crossover- oder Freestyle-Board würde ich bei 8 bis 9 m/s zum Üben von Freestyle-Slide- und Basic-Moves die Hybrid 26 wählen.

 

Tab.6.3: Vergleich 36er und 32er Seegrasfinnen (alle Angaben in mm)

 

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Parameter

Lessacher
 Chamäleon Comp. 360

Lessacher
Duo (Cut) 360

Lessacher
 Chamäleon Comp. 320

Lessacher
Duo (Cut) 320

Prolimit
Seegras 32

Länge

360
(Profil 500)

360
(Profil 500)

320
(Profil 460)

320
(Profil 450)

320

Dicke

15

11

15

11

12

Vorderkanten-
abstand

0

0

0

0

3

Form

Seegras - Manöver/Wave

Seegras - Race (länger steil als die Chamäleon)

Seegras - Manöver/Wave

Seegras - Race (länger steil als die Chamäleon)

Seegras - Ride (länger steil als die Chamäleon)

Breite der Finnenbasis

155

147

155

145

147

Breite bei 10cm

195

170

152

150

132

Breite bei 18cm

150

140

115

123

100

Breite bei 26cm

125

125

91

90

83

Rake

Anströmkante relativ gerade, ab 350 nach hinten gleichmäßig wegfließend

Anströmkante relativ gerade, ab 460 nach hinten kreisförmig wegfließend

Anströmkante relativ gerade, ab 330 nach hinten gleichmäßig wegfließend

Anströmkante relativ gerade, ab 430 nach hinten kreisförmig wegfließend

Anströmkante eher leicht gebogen, ab 360 nach hinten größer kreisförmig wegfließend

hinterster Punkt

440

410

396

383

335

an breitester Stelle 197   177 160 155

Fläche im Vergleich

  100 %

ca. 92 %

100 %

ca. 102 %

97 %

Fahreigen-schaften für 93-kg-Surfer

Sehr schnell und sehr gutes Höhe laufen, Spin-Out sicher

- mit der Leistung einer 44er Freeride-Freerace-Finne
je nach Fahrstil höchstens bis 8,0m²

verträgt nicht soviel seitlichen Druck, wie die Chamäleon und damit auch nicht so große Segel, ist einen Tick schneller, kann dafür aber nicht ganz so gut Höhe laufen und ist nicht so gut Fehler verzeihend

- mit der Leistung einer 41er Freerace-Finne
höchsten bis 6,5m²

Sehr schnell und sehr gutes Höhe laufen, Spinout sicher

- mit der Leistung einer 39er Freeride-Freerace-Finne
je nach Fahrstil höchstens bis 6,5m²

verträgt nicht ganz soviel seitlichen Druck, wie die Chamäleon und damit auch nicht ganz so große Segel, ist einen Tick schneller, kann dafür aber nicht ganz so gut Höhe laufen und ist nicht so gut Fehler verzeihend

- mit der Leistung einer 38er Freerace-Finne
höchstens bis 6,0

eine normale Seegrasfinne mit den Fahreigenschaften einer 35er Freeridefinne
je nach Fahrstil höchstens bis 5,5m²

Starkwind

sehr gut Starkwind und hervorragend Kabbelwasser geeignet

gut Starkwind und sehr gut Kabbelwasser geeignet

sehr gut Starkwind und hervorragend Kabbelwasser geeignet

gut Starkwind und sehr gut Kabbelwasser geeignet

eher für mittlere Winde und ruhigeres Wasser mit Seegras gedacht.

 
Wie erwartet ersetzt die Lessacher Duo (Cut) auf keinen Fall die Lessacher Duo Formula vergangener Jahre. Die Duo (Cut) ist dünner und nicht so breit, wie die Duo Formula und daher auch spürbar leichter. Von der Leistung her nehmen sich die Lessacher Chamäleon und die Duo (Cut) nicht viel. Unsere Testfahrten ergaben, dass die Duo Cut in der Tat etwas schneller, aber auch sensibler und nicht so Spin-Out-sicher wie die  Chamäleon ist. Die 36er Chamäleon verträgt aber über 1m² mehr Segelfläche als die 36er Duo.

Wollte man auf relativ ruhigem Wasser der schnellst am Seegrasrevier sein, würde ich die Duo Cut nehmen. Die Chamäleon, gleicher Länge ist hinsichtlich aller anderer Anforderungen die besserer Wahl. Und mehr als 8 m² sind mit der 36er Chamäleon auf hartem Kabbelwasser für einen 93kg-Surfer mittleren Könnens nicht drin. 
 

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7. FINNENREPARATUR

Wenn eine Surffinne ramponiert ist, sinkt die Leistung der Finne um 5 (beschädigte Spitze - bei Geschwindigkeit) bis 30% (beschädigte Anströmkante und Spitze - beim Gleiten und Höhelaufen).

Freeridefinne / Freeracefinne:
Wenn die Spitze der Finne beschädigt ist, kann man die Spitze getrost (mit Feile, Schleifpapier oder provisorisch auch auf Steinplatten) abschleifen und orientiert sich an die ursprüngliche Finnenoutline bzw. schleift die Finne gerade ab, wenn man mit den Freeracecharakter der Finne verstärken möchte. Die Finne sollte aber möglichst nicht mehr als um 10% bei kürzeren Finnen bis 5% bei längeren Finnen der Finnelänge gekürzt werden. Kürzt man zu großzügig, nimmt die gesamte Leistung der Finne aufgrund des kritischen Verhältnisses von Finnenbreite zu Finnelänge extrem auf unter 80% ab.

Wavefinne / Freemovefinne:
Bei diesen Finnen sollte man sich unbedingt an die ursprüngliche Finnenoutline halten, da sich sonst der Finnencharakter unangenehm in Richtung Freeride oder Freerace verändert.

Nur Mut! Eine Surffinne kann man auch bei Beschädigungen an der Anströmkante mit Flüssigsekundenkleber (aus zwei Komponenten), Filler, Feile und Schleifpapier wie folgt selbst reparieren:

1. die beschädigte Stelle wird von unten mit Paketkleber abgeklebt und anschließend der Filler in der Mulde gefüllt

2. der dünnflüssige Sekundenkleber wird vorsichtig auf den Filler geträufelt bis die Masse transparent wird.

3. schon nach wenigen Minuten ist die Füllung fertig zum Feilen. Ein Schleifklotz mit groben Papier tut es zur Not aber auch

4. mit wasserfesten Schleifpapier in feiner Körnung (200er bis 600er) lässt sich die gespachtelte Stelle glatt schleifen, wie im
    Neuzustand.

Aber nicht nur wenn die Finne beschädigt wurde, kann man Hand anlegen. Es kommt immer wieder vor, dass der Finnekopf nicht perfekt in die Finnenbox passt und dann kann man mit einem Schleifklotz die kritischen Stellen nachschleifen. Dazu reibt man den Finnenkopf am besten mit Zahnpaste ein, schiebt die Finne in die Box und dort, wo die Zahnpaste abgerieben wurde kann man dann die Finnenkopfbacken gezielt nachschleifen bis die Finne perfekt passt.

Gleiches gilt auch für die Länge des Finnenkopfes!

Ganz wichtig: sich mit einem Mundschutz vor dem Einatmen des Schleifstaubes schützen! Der Schleifstaub ist extrem ungesund.
 

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8. FINNEN-LEXIKON

 

Auftrieb

Für bessere Gleiteigenschaften und um viel Höhe laufen zu können brauchen Surffinnen viel Auftrieb, der hauptsächlich seitlich in Luv wirkt. Etwas Auftrieb erzeugt aber auch die Vorderkante von Finne mit eine nach hinten gebogener Outline, und auch die Kanten von Konkaven in Finnenprofilen (z.B. Lessacher Quattro).

Viel Auftrieb erzeugen daher Surffinnen (aber auch ausgeklappte Schwerter) mit dicken Profilen, mit großer Fläche und mit gestreckten und langen Outlines. Zuviel Auftrieb (z.B. zu große Finne oder zu weit ausgeklapptes Schwert) bringt allerdings Kontrollproblem bei höheren Geschwindigkeiten ins Brett bzw. führt zum Aufkanten des Board.

 

Deep Tuttle (DTU)

Wie Tuttle-Box, aber mit längerem Finnenkopf für die enormen Hebelkräfte, die bei großen Brettern mit Racefinnen mit Längen über 60 cm auftreten. Die Flanken am Finnenkopf sind parallel gefräst oder gegossen und zwei Schrauben sorgen, wie bei der TU, für einen festen Halt. Solche Boxen sind nur in Boards mit entsprechend "dickem", auftriebsstarken Hecks (großen Freerace-, Slalom-, Race- oder Formula-Boards, ab 150l) möglich.

Auffälligstes Merkmal: zwei Schrauben und langer TU-Schaft

 

Euro-Box
(Euro)

Wie US-Box (US-Box) nur kürzer und mit zusätzlichen "Abstandhaltern" (zwei Aussparungen) am Finnenkopf für den US-Box-Finnen-Slot (Finnenkopfspur - ALU-Schiene) im Board. Die Abstandhalter sollen den Druck bei Grundberührungen der Surffinne besser auf die gesamte Finnenbox verteilen.

 

Finnenboxen

Gegenwärtig werden in der Regel in den Serienboards nur noch folgende Finnen-Boxen-Systeme eingesetzt:
- US bzw. Euro (Waveboards)
- PB (Freestyleboards, Freemoveboards und Freerideboards)
- TU (Freeraceboards und Slalomboards, seltener große Freerideboards) und
- DTU (große Slalomboards und Formulaboards).

 

Flex

Flex ist das seitliche Verbiegen der Surffinne. Harte Finnen bringen mehr Fahrleistung und vermitteln ein direkteres sportlicheres Fahrgefühl. Fahrkomfort und Brettkontrolle sind für weichere Finnen allerdings besser.

 

Multiconic
(MC)

Älteres Finnen-Box-System, ähnlich dem der Powerbox mit weitern fünf Insertpositionen zum Trimmen.

 

Outline

Der äußere Umriss der Finne muss auf den Einsatzbereich des Brettes, die Größe des Brettes, die Windstärke und die Segelgröße abgestimmt sein.

 

Polyester

Harz für die Herstellung geschliffener Surffinnen.

 

Powerbox
(PB)

Am weitesten verbreitetes Finnenboxsystem mit einer Befestigungsschraube. Einfach in der Handhabung mit größtem Finnenangebot bis 50 cm Finnenlänge. Voraussetzung ist allerdings ein Boardheck, das um einiges dicker sein muss, als das für US-Boxen.

Auffälligstes Merkmal: eine Schraube etwa in der Mitte der Box.

 

Trimmbox / Power Trimm Box (PT)

Finnenboxsystem, das besonders in älteren Fanatic-Boards eingesetzt wurde. Mittels einer "Nase" und vier Finnenschrauben-Insertpositionen kann die Surffinnen in der Finnenbox weiter vorne oder hinten positioniert (getrimmt) werden.

 

Profil

Dicke Profile (tropfenförmiger Querschnitt) stehen für frühes Gleiten, gutes Höhelaufen, höheren Fahrkomfort und besseres Manöververhalten. Dicke Profile haben aber einen höheren Wasserwiderstand. Dünne Profile sind für Topspeed. Allerdings sind sie Spin-Out-anfälliger.

 

Rake

Die Biegung der Finne (Sichelform) nach hinten bestimmt den Flex und den Twist. Viel Biegung (Wavefinnen) bringt hohen Fahrkomfort und  beste Manövereigenschaften. Wenig Rake verbessert die Fahrleistungen und verschlechtert die Manövereigenschaften

 

Slot

Ein Schlitz (Slot) an der oberen Vorderkante der Surffinne soll lästige Spin-Outs verhindern - bremst aber die Finne.

 

Spin Out

Bei zu großem seitlichen Druck auf die Finne (zu großes Segel, extremes Höhelaufen, nach ungewolltem Hüpfer über einen Welle oder Landung nach dem Sprung) kann es zum Strömungsabriss und seitlichem Ausbrechen der Finne kommen.

 

Tiga Conic Box
(TC)

Finnen-Box älterer Tiga-Board, das (Gott sei Dank) nicht mehr eingesetzt wird. Ähnlich dem der TU-Box, d.h. zwei Finnenschrauben, aber zusätzlich noch eine Aussparung an der Vorderseite des Finnenkopfes sorgen für einen sicheren Halt.

 

Tip

Der Tip ist die untere Spitze der Finne. Er muss in seinem Flex- und Twistverhalten in Harmonie zur gesamten Finnenkonstruktion (Speed und Manöver) stehen und darf beim Wasserabriss keine Turbolenzen erzeugen.

 

Tuttle Box
(TU)

Tuttle-Box, ermöglichen den Einsatz von Finnen mit längerem Finnenköpfen als die der PB-Finnen. Sie sind für Boards mit größeren Hebelkräfte, die bei größeren Brettern mit Finnen mit Längen über 50 cm bzw. bei Slalom- und Speed-Boards auftreten. Die Flanken am Finnenkopf solcher Box-Syteme sind parallel gefräst oder gegossen und mit zwei Schrauben befestigt, die für einen festeren und größerem Halt, als bei PB-Boxen sorgen.

Auffälligstes Merkmal: zwei Schrauben und kurzer TU-Schaft

 

Twist

Wie Segel müssen sich Finnen nicht nur seitlich verbiegen, sondern sich zur Fahrtrichtung verdrehen (Twist). Das Twistverhalten der Finne ist einen Reaktion auf die Querkräfte (Abdrift) und optimiert die Stellung der Surffinne zur seitlichen Anströmung des Wassers. Der Twist wird durch die Outline, den Rake und und die Materialzusammenstellung der Finne bestimmt. Eine gerade Finne mit elliptischer Outline wird weniger twisten als einen Surffinne mit viel Biegung nach hinten. Viel Twist macht eine Finne angenehmer und komfortabler im Fahrverhalten und steht für besserer Brettkontrolle und einfacheres Manöververhalten. Der Twist ist sehr wichtig beim Halsen.

 

US-Box
(US)

Eines der ältesten Finnenkastensysteme, mit kürzestem Finnenkopf. Dieses System wird heute nur noch in Waveboards verwendet, da es die Möglichkeit bietet, die Surffinne in Längsrichtung zu trimmen. Es besitzt eine geringerer Einbauhöhe und kann daher in den dünneren Waveboardhecks in Mittelposition auch direkt unter der hinteren (mittig befestigten) Fußschlaufe eingebacken werden.

Auffälligstes Merkmal: 6mm Querstift zum Einklinken und nur eine Schraube mit Finnenplättchen(-Mutter)

 

Vinylester

Ein etwas weicheres Harz als Polyester. Versprödet nicht so leicht und macht die Surffinne durch mehr Flex komfortabler.

 

Widerstand

Jede Finne produziert Widerstand bei der Anströmung im Wasser. Je größer der Widerstand um so geringer die Geschwindigkeit. Großen Widerstand erzeugen: große Surffinnen, dicke Profile, viel Rake und Slots.

 

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